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SWR: Schleichwerbung auf Golfplatz

Der "Spiegel" hat einen neuen Fall von öffentlich-rechtlicher Schleichwerbung publik gemacht. Ein zehnminütiger Beitrag der SWR-Sportsendung "Flutlicht" von einem Golf-Benefizturnier habe wie ein Werbefilm für einen der Sponsoren des Turniers, den Süßwarenhersteller Haribo, angemutet. SWR-Intendant Peter Boudgoust erklärte, er habe den Verantwortlichen eine "scharfe Rüge" ausgesprochen, die zuständige Sportredaktion beruft sich unterdessen auf Zeitmangel. Weitere Maßnahmen sind offenbar nicht geplant.

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„Goldbären“ des Sponsors haben in dem Beitrag Golf gespielt und Fußballspiele nachgespielt. Insgesamt soll die Marke 20 Mal im Bild gewesen und vier Mal der Name genannt worden sein. SWR-Chefredakteur Fritz Frey sprach von einer „klaren Grenzüberschreitung, die nicht zu akzeptieren“ sei.
Gegenüber der „SZ“ sagte SWR-Intendant Peter Boudgoust, derzeit ARD-Vorsitzender, die Verantwortlichen hätten unmittelbar nach der Sendung eine scharfe Rüge erhalten. Er werde, so Boudgoust, „das Zustandekommen dieses Fehlers bis ins Detail“ aufklären lassen. Nach derzeitigem Erkenntnisstand habe der SWR keinen finanziellen Vorteil erhalten.
Der Leiter der zuständigen SWR-Sportredaktion, Claus-Dieter Gerke, erklärte, Haribo habe ursprünglich sogar vorgeschlagen, die gesamte „Flutlicht“-Sendung live vom Golfplatz zu übertragen und einen Teil der Kosten zu übernehmen. Das habe er abgelehnt. Gerke verteidigte die schließlich ausgestrahlte Sendung mit dem Argument, die Zeit für Änderungen habe gefehlt, er habe kein „Loch in der Sendung“ riskieren wollen.

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