Dell kauft Perot Systems für knapp 4 Mrd.

Merger-Monday an der Wall Street: Nur wenige Tage nach der Akquisition von Omniture durch Adobe gibt es die nächste Groß-Übernahme im Technologiesektor. Für stolze 3,9 Milliarden Dollar übernimmt Dell den IT-Dienstleister Perot Systems. Für das vom früheren US-Präsidentschaftskandidaten Ross Perot gegründete Unternehmen zahlt Dell einen Premium-Preis: Perot-Aktionäre, die auf die Dell-Offerte eingehen, erhalten einen Aufschlag von zwei Dritteln.

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Der zweitgrößte Computerhersteller der Welt bezahlt 30 Dollar je Aktie, was einem bemerkenswerten Premium-Aufschlag von 67,5 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag darstellt. Perot Systems gehört zu den Fortune-1000 und ist darüber hinaus in der Forbes-Liste „Platinum 400 Best Big Companies“ gelistet.

Gegründet wurde Perot Systems bereits vor 21 Jahren vom früheren Präsidentschaftskandidaten Ross Perot. Der Informationstechnologie-Serviceanbieter mit Sitz in Plano beschäftigt 23.100 Mitarbeiter.

Verkauf nach 21 Jahren: Der frühere US-Präsidentschaftskandidat macht Kasse


Der knorrige Texaner Ross Perot gilt als Pionier der Computerbranche: Bereits 1962 gründete er den IT-Dienstleister Electronic Data Systems (EDS), den der inzwischen 79-Jährige als CEO über Jahrzehnte führte. 1984 verkaufte Perot EDS an General Motors.

Weitaus stärker in öffentliche Erscheinung sollte Perot jedoch acht Jahre später treten. 1992 zog der Texaner als parteiloser Kandidat in den US-Präsidentschaftswahlkampf und konnte dabei ein erstaunliches Ergebnis vorweisen. 18,91 Prozent der Stimmen konnte Perot auf sich vereinen und hatte damit einen maßgeblichen Anteil an der Abwahl von George Bush. sen als US-Präsident.

Übernahme soll sich für Dell ab 2012 rechnen

Präsidiale Absichten werden Michael Dell indes nicht nachgesagt. Vielmehr dürfte es dem 44-jährigen Selfmade-Milliardär darum gehen, sein Computer-Imperium, das zeitweise weltweit meisten Absätze verzeichnen konnte, wieder auf Kurs zu bringen. In den vergangenen Quartalen musste Dell immer wieder zweistellige Gewinnbrüche vermelden.

Entsprechend dürfte der Zukauf von Perot Systems als Schritt zur Stabiliersung des Kerngeschäfts verstanden werden. Dell teilte mit, dass Perot Systems nach der vollständigen Integration ab 2012 zum Konzerngewinn beitragen soll. Im vergangenen Jahr erlöste Perot Systems 2,8 Milliarden Dollar und verdiente dabei unterm Strich 117 Millionen Dollar.

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