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Medienaktien: Kommt die Trendwende?

Heute vor einem Jahr musste die viertgrößte Investmentbank der USA Insolvenz anmelden. Nach dem großen Knall um Lehman Brothers brachen die Aktienmärkte weltweit im Zuge der Finanzmarktkrise ein. Mittendrin: Medienaktien, die durch die Anzeigenkrise besonders getroffen wurden. Keiner der großen US-Player hat das Niveau des Vorjahres bislang wieder erreicht – nur ein deutscher TV-Konzern überraschte. MEEDIA vergleicht die Kurse und erklärt, warum es nun wieder Grund zur Hoffnung gibt.

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Heute vor einem Jahr musste die viertgrößte  Investmentbank der USA Insolvenz anmelden. Nach dem großen Knall um Lehman Brothers brachen die Aktienmärkte weltweit im Zuge der Finanzmarktkrise ein. Mittendrin: Medienaktien, die durch die Anzeigenkrise besonders getroffen wurden. Keiner der großen US-Player hat das Niveau des Vorjahres bislang wieder erreicht – nur ein deutscher TV-Konzern überraschte. MEEDIA vergleicht die Kurse und erklärt, warum es nun wieder Grund zur Hoffnung gibt.
Es war ein Statement für die Ewigkeit: „Ohne jede Frage befinden wir uns im ausgeprägtesten Abschwung seit mindestens einer Generation. Wahrscheinlich bin ich hier sogar der Einzige, der sich an schlimmere Zeiten erinnern kann.“ Das erklärte Mitte Februar niemand anderer, als der bereits 85-jährige Chairman vom US-TV-Riesen CBS. Keine Frage: Sumner Redstone dachte an die schwere Wirtschaftskrise der 30er-Jahre.

In der Tat: Im Februar dieses Jahres war die Stimmung an der Börse auf dem Nullpunkt angekommen – oder genau gesagt: tief darunter. Bei 3588 Zählern sollte der Dax Anfang März notieren, bei 6470 der Dow Jones Industrial Average. Sechs Monate zuvor, also genau vor einem Jahr, notierten die Indizes noch wie folgt:
• Dax: 6235 Punkte
• Dow Jones: 11422 Zähler
• Nasdaq: 2258 Zähler
Medienaktien unter Druck: Nur ProSiebenSat.1 legt zu

Trotz einer Rallye von über 50 Prozent liegen die großen Indizes heute noch immer zweistellig unter dem Indexstand vor der Lehman-Pleite. Das gilt erst recht für die Medienunternehmen, die als konjunktursensible Zykliker ungleich stärker betroffen sind:
• TimeWarner: 29,15 vs. 43,71 Dollar = – 34 Prozent
• CBS: 11,86 vs. 16,85 Dollar = – 29 Prozent
• Disney: 28,08 vs. 33,26 Dollar = – 15 Prozent
• Newscorp: 13,81 vs. 14,40 Dollar = – 4 Prozent
• Premiere/Sky: 3,72 vs. 12,14 Euro = – 71 Prozent
• RTL Group: 44,16 vs. 61 Euro = – 28 Prozent
• Axel Springer: 71,50 vs. 67,02 Euro = – 6 Prozent
• ProSiebenSat.1: 7,59 vs. 6,25 Euro = + 21 Prozent
Fazit: Nur die Münchner TV-Sendergruppe ProSiebenSat.1 wurde von einer exzeptionellen 600-Prozent-Rallye in den vergangenen Monaten doch noch auf Jahressicht in die Pluszone geschoben.
Murdoch und Redstone sahen den Aufschwung voraus

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Trotzdem hat sich die Stimmung so weit aufgeklart, wie zwei ganz große Medienmanager bereits im Frühjahr erkannt haben. „Ich bin kein Volkswirt, aber es zeigt sich immer deutlicher, dass das Schlimmste vorüber ist“, erklärte etwa der 78-jährige News Corp-CEO Rupert Murdoch im Conference Call im Mai. Und fügte hinzu: „Wie Sie wissen, war ich sehr pessimistisch. Aber es gibt immer mehr Signale, dass die Tage des steilen Absturzes vorüber sind.“
Noch optimistischer war zum selben Zeitpunkt schon wieder Sumner Redstone. „Ich glaube, wir stehen am Beginn eines neuen Bullenmarktes“, rief der alternde Medienmogul ebenfalls im Mai den Anbruch einer neuen Aufschwungphase an der Börse aus. „Wenn ein Bullenmarkt beginnt, zieht die Wirtschaft neun Monate später nach“, erklärte der knorrige 85- Jährige. Ein Blick auf die Märkte im Spätsommer beweist: Erfahrung zahlt sich am Ende eben doch aus.

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