Acht Dollar fürs „WSJ“ auf dem iPhone

News-Corp-Chef Rupert Murdoch hat seine Pläne für Paid Content konkretisiert. In ein oder zwei Monaten soll es das "Wall Street Journal" mobil nur noch gegen Geld geben. Nutzer auf dem iPhone oder einem Blackberry sollen dann zwei Dollar pro Woche zahlen, Abonnenten von Print oder Online nur einen Dollar und Abonnenten beider Angebote bekommen die Mobil-Version gratis dazu. In Deutschland will die Axel Springer AG ab Herbst für die Mobilversionen u.a. von "Bild" und "Welt" Geld verlangen.

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Wie teuer die Apps von „Bild“, „Welt“ und „Computer Bild“ werden, ist noch nicht bekannt. Murdoch ist der erste Verfechter der Paid-Content-Renaissance, der sich mit einer konkreten Preisvorstellung aus der Deckung wagt. Rückenwind erhält er durch den anhaltenden Online-Erfolg des „Wall Street Journal“, das eines der ganz wenigen Web-Angebote ist, für die Nutzer tatsächlich zu zahlen bereit sind.

Laut Murdoch gibt es darüber hinaus rund 25.000 bezahlte Abos des „Wall Street Journal“ für Amazons nur in den USA erhältlichen E-Book-Reader Kindle. Murdoch zeigte sich mit den Modalitäten bei Amazon allerdings unzufrieden. Angeblich behält Amazon den Löwenanteil des mit dem Kindle erzielten Umsatzes für sich. Künftig wolle Murdoch den angekündigten Sony E-Reader unterstützen, der analog zum Kindle ebenfalls mit einer Mobilfunk-Funktion ausgestattet wird und dann auch aktuelle Inhalte mobil herunterladen und anzeigen kann.

Auch für den in den USA populären Video-on-Demand Onlinedienst Hulu will Murdoch eine Bezahl-Variante einführen. Bisher können Nutzer bei hulu.com TV-Serien u. a. von News Corp., Disney und NBC Universal gratis mit Werbung sehen. Laut Murdoch müssten sich die unterschiedlichen Inhalte-Lieferanten bei Hulu erst noch auf die Bezahl-Modalitäten einigen. Für die Zukunft malte Murdoch auf einer Goldman-Sachs-Konferenz eine glorreiche, papierlose Zeit für die eigene Medien-Zunft aus. Immer mehr Menschen würden Nachrichten auf mobilen, flexiblen Geräten konsumieren statt auf gefällten Bäumen. „Das wird nicht bald bald geschehen, es könnte 20 Jahre dauern. Aber dann wird es kein Papier geben, keine Druck-Fabriken, keine Gewerkschaften“, jubilierte Murdoch. Das „Wall Street Journal“ unterhalte noch 17 Druckereien, sieben habe er bereits geschlossen und ausgelagert. „Jede Druckerei, die wir schließen reduziert unsere Personalkosten und spart eine Menge Geld“, so Murdoch.

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