Heinze-Skandal: Autoren in Angststarre

Einem "Klima der Angst" spürt die "Frankfurter Rundschau" anlässlich des Skandals um die fristlos entlassene NDR-Fernsehspielchefin Doris J. Heinze nach: Die Angst von Autoren und Regisseuren vor Repressionen durch öffentlich-rechtliche Auftraggeber, die sich in einer Reihe anonymer Zitate spiegelt. Darunter dieses: "Selbstverständlich gibt es schwarze Listen. Wer Kritik übt, wird nicht mehr beschäftigt. Aber das kann man natürlich nicht beweisen."

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FR-Autor Tilmann P. Gangloff hatte offensichtlich größte Schwierigkeiten, in der Branche überhaupt redebereite Autoren zu finden. Man glaube, heißt es in dem Bericht, dass Heinze „auf die Füße fallen“ und Arbeit als Produzentin finden werde. Deshalb wolle sich kein Autor den Mund verbrennen. Auch die mitbetroffenen Regisseure halten sich bedeckt: Sie „tun gut daran, nicht allzu viele Fragen zu stellen, wenn ihnen ein Drehbuch vorgelegt wird und der Verfasser ’nicht erreichbar‘ ist“, wird ein Autor zitiert.

Mit seinem Namen steht Autor Benedikt Röskau („Romy“) für seine Überzeugung ein, es handele sich um einen System-Fehler: „Die Konzentration auf die Führungsebene, die alles entscheiden muss und die Redakteure praktisch entmachtet, hat den Fall Heinze erst ermöglicht. Hätten die Redakteure wie früher selbst Entscheidungskompetenz, wäre das viel schwieriger gewesen.“

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