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Die Zeitung der Zukunft: „Huffington Post“

Während sich Verleger in aller Welt um die Zukunft der gedruckten Zeitung sorgen, zeigt ein Beispiel aus den USA, wie die Zeitung der Zukunft aussehen könnte: digital und ziemlich ähnlich wie die „Huffington Post“. Die mausert sich nämlich von einem politischen Blog zu einer umfassenden Zeitung im Internet. In den nächsten Wochen bekommt die HuffPo noch einen Sport- Tech- und Buchteil. Das sind bad news für die gedruckte Konkurrenz. Eine Site, mit der sich auch deutsche Verleger beschäftigen sollten.

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Während sich Verleger in aller Welt um die Zukunft der gedruckten Zeitung sorgen, zeigt ein Beispiel aus den USA, wie die Zeitung der Zukunft aussehen könnte: digital und ziemlich ähnlich wie die „Huffington Post“. Die mausert sich nämlich gerade von einem politischen Blog zu einer umfassenden Zeitung im Internet. In den nächsten Wochen bekommt die HuffPo nun noch einen Sport-, Tech- und Buchteil. Das sind bad news für die gedruckte Konkurrenz.

„More than half of our traffic comes from people who are not interested in politics“, sagt Arianna Huffington, 58, Gründerin und Herausgeberin von „The Huffington Post“. Laut „Time“ zählt sie zu den 100 einflussreichsten Menschen der Welt. Deshalb hat die „Königin der Blogger“ („Spiegel“) in den letzten zwei Jahren ihre Internet-Zeitung um Teile wie Entertainment, Living und Style erweitert. Die nächsten Wochen geht sie noch einen Schritt weiter und baut auch „Verticals“ für die Bereiche Sport, Technologie und Bücher.

„We always knew that with our core values of news and opinon and community, we wanted to cover more than just politics“, sagt Huffington. „We needed to move like an Internet newspaper“.

Die allmähliche Verbreiterung der Redaktionsformel scheint aufzugehen. So hat die „Hupo“ – laut Marktforschungsinstitut Compete – ihren Traffic in den letzten 12 Monaten mehr als verdoppelt: von 2,9 auf  6,8 Mio Unique Visitors. Bezeichnend: in der gleichen Zeit haben die US-Tageszeitungen im Schnitt zwischen 5 – 10% ihrer Auflage verloren.

Besonders erschreckend für die gedruckte Konkurrenz dürfte sein, dass es nicht etwa die jugendlichen Zielgruppen sind, die die Internet-Zeitung lesen. Es sind die Älteren, also die klassischen Zeitungskäufer, denen heute die kostenlose Alternative im Internet bevorzugen.  Nachlesen kann man das beim Mafo-Institut Quantcast – danach sind 61% der HuffPo-Leser Männer. 39% sind von 35 – 49 Jahre alt, weitere 39% sogar über 50 Jahre. Und 32% verdienen über 100.000 Dollar im Jahr.

War die Huffington Post früher eher ein politisches Blog, so bietet sie dem User inzwischen eine bunte Mischung aus aggregierten News, Video-Ausschnitten aus dem US-Fernsehen und Blogbeiträgen jeder Coleur. Zur Feder greifen Politikern wie John Kerry, Schauspielern wie Ben Stiller, Schriftsteller wie Erica Jong oder Webunternehmer wie Esther Dyson.

Wer längere Zeit nicht mehr in die Huffpo geschaut hat, sollte sie mal wieder ansurfen. Es lohnt sich. Es sind zahlreiche Neuerungen dazugekommen:

– eine interessante Idee ist gleich oben in der Navigation „The big news“ nach dem Motto „Some News is so big it needs ist own page“. Dort gibt es Sonderseiten zu Themen wie Apple, der Finanzkrise oder die US-Gesundheitsreform;

– neu sind die Lokalteile (www.huffingtonpost.com/new-york) für New York und Chicago, die noch im Beta-Test laufen. Weitere Städte dürften folgen;

–  dann wurde der Video-Teil (www.huffingtonpost.com/video) erweitert. Ihm kommt zu Gute, daß die US-Fernsehsender anders als in Deutschland das Internet umarmen: sie stellen jeder Website kostenlos Videoausschnitte ihrer interessantesten Sendungen zum „Embedden“ zur Verfügung;

– im Blogger-Index (www.huffingtonpost.com/theblog/index) findet man die meistgelesen Einträge des letzten Tages, dieser Woche, des letzten Monats und AllTime.

Die gerade einmal vier Jahre alte „Huffington Post“ ist für mich der Prototyp der Zeitung der Zukunft Warum? Weil sie nur mit 60 Journalisten auskommt, während die „New York Times“ noch immer über 1000 Redakteure auf der Payroll hat. Und weil die Zeitung der Zukunft eher im Internet als auf Papier erscheinen wird. Die Vorteile im Bereich Aktualität und Kosten sind einfach zu deutlich.

Deutsche Verleger sind gut beraten, sich die „Huffington Post“ einmal sehr genau anzusehen…

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