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Bauer und G+J bauen im Ausland um

Laut verschiedenen Presseberichten machen sich zwei Hamburger Großverlage verstärkt an eine Neustrukturierung ihres Auslandsgeschäfts. So soll die Bauer Media Group ihre Verlagseinheiten für den polnischen und britischen Markt neu sortieren. Ziel sei es, schlagkräftigere, kleine Einheiten zu schaffen, sagte ein Verlagssprecher laut Wuv.de. Bei Gruner + Jahr steht laut dem Werbe-Fachdienst "New Business" womöglich das komplette Russland-Geschäft vor einem Verkauf an die Axel Springer AG.

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Gruner + Jahr Vorstandschef Bernd Buchholz hatte jüngst in einem Brief an die Belegschaft drastische weitere Spar- und Restrukturierungsmaßnahmen angekündigt. Er schloss dabei auch explizit das Auslandsgeschäft ein. Besonders erwähnt von Buchholz wurde Spar-Bedarf beim G+J-Engagement in Spanien. Dort sind die Umsatzausfälle in Folge der internationalen Finanzkrise offenbar besonders schmerzlich. „New Business“ nennt Quellen aus dem Unternehmensumfeld, die zudem einen Verkauf des Russland-Geschäfts von G+J an Axel Springer für möglich halten. G+J verlegt in Russland allerdings lediglich drei Titel der „Geo“-Familie und einen Biografie-Ableger der „Gala“. Dass solche Kern-Marken des Hauses an Springer verkauft werden sollten, erscheint aber zumindest fragwürdig.

Bei der Bauer Media Group meldet wuv.de einige Umstrukturierungen. So soll der Verlag die Heinrich Bauer Verlags Beteiligungs GmbH mit der Phoenix PL Beteiligungs GmbH aus München verschmolzen und dort die polnischen Verlagsbeteiligungen gebündelt haben. Bauer ist in Polen mit 46 Zeitschriften präsent, darunter auch das Jugendmagazin „Bravo“ samt einigen Ablegern. Auch an polnischen Radiosendern, Online-Unternehmen und Druckereien ist Bauer beteiligt.

Außerdem habe der Verlag die Bauer UK Magazine GmbH und Bauer UK Radio GmbH von Hamburg nach Oststeinbek in Schleswig-Holstein verlegt. Wuv.de vermutet steuerliche Gründe. Bauer ist seit Ende 2007 ein wichtiger Spieler in Großbritannien, weil der Verlag für über 1,6 Milliarden Euro die britische Emap-Gruppe geschluckt hat, die neben zahlreichen Zeitschriften auch Radio- und Fernsehbeteiligungen unterhält.

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