25 Zukunftstipps für Medienmacher

Die Medien sind im Umbruch und durchleben eine alles verändernde digitale Revolution. Nur viele Medienmacher sind es (noch) nicht. Die Vorurteile und Befindlichkeiten zwischen On- und Offlinejournalisten sind nach wie vor enorm. Chris Lake vom eConsultancy-Blog hat 25 Dinge zusammgestellt, die Journalisten und Medienleute umsetzen sollten, um besser für die Anforderungen der Online-Herausforderungen gewappnet zu sein. MEEDIA hat die Tipps übersetzt: eine Check-Liste für die Zukunft.

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Natürlich können Sie den Text auch direkt hier nachlesen. Aus Gründen der Leserlichkeit haben wir die wichtigsten Punkte für Sie übersetzt und eigene Bemerkungen angefügt. Testen Sie, wie viele der 25 Punkte Sie schon selbst berücksichtigt und umgesetzt haben.

1. Starten Sie ein Blog.
Das Veröffentlichen eigener Texte war lange Zeit umständlich. Doch die Zeiten, in denen Sie dafür HMTL-Kenntnisse brauchten, sind längst vorbei. Jeder kann über Plattformen wie Blogger.com in wenigen Minuten ein Blog starten. Im Idealfall erzählen Sie nicht nur aus Ihrem Leben, sondern starten einen themenbezogenen Blog, auf dem Sie Ihr Fachwissen mitteilen und an Diskussionen teilnehmen können.

2. Kollaborieren Sie.
Wenn Sie besorgt sind und zu wenig Zeit haben, ein eigenes Blog zu starten, sollten Sie nicht gleich aufgeben. Starten Sie doch ein Projekt mit Gleichgesinnten. Gerade für Schreiber, die bisher vor allem offline tätig waren, ist das die beste Möglichkeiten, Online-Erfahrung zu sammeln. Gemeinsam erreichen Sie einfach mehr.

3. Machen Sie auf sich aufmerksam. Präsentieren Sie beispielsweise Ihr journalistisches Portfolio auf einer eigenen Homepage. Zeigen Sie, was Sie können und was Sie bisher geleistet haben. Und verlinken Sie ruhig auf Ihre Arbeit. Es gibt keinen Grund, es nicht zu tun.

4. Schreiben Sie über Ihre Leidenschaft. Warum sind Sie noch einmal Journalist geworden? Genau, um etwas zu erzählen. Vielleicht haben Sie ja im Laufe der Jahre die Lust verloren. Also schreiben Sie doch einfach mal wieder über Dinge, die nur Sie interessieren und entfachen Sie Ihre journalistische Leidenschaft von Neuem.

5. Nutzen Sie Feeds. Um auf dem Laufenden zu bleiben, was Ihre Mitbewerber machen, welche Neuerungen es auf Ihrem Fachgebiet gibt. Dazu können Sie die so genannten Feeds in Browsertools wie Netvibes integrieren. Selbiges gilt auch für Twitter und andere soziale Netzwerke.

6. Twittern Sie. Für viele ist es ein sinnbefreiter Webhype für einsame Großstädter, die nur noch über digitale Kanäle kommunizieren, doch der Mikrobloggingdienst Twitter mausert sich auch im Mainstream immer mehr zur relevanten Größe, wie die jüngsten Ereignisse im Iran zeigen. Nutzen Sie das Tool, um mit Personen Ihrer Wahl in engeren Kontakt zu treten. So pflegen Sie Beziehungen und werden Teil des Web 2.0.

7. Machen Sie ein Video.
Nie war es einfacher und preiswerter, Bewegtbilder für das Internet zu produzieren. Kameras sind in Handys und Laptops eingebaut. Ultrakompakte Modelle wie die Flip Mino passen in jede Hosentasche. Wenn Sie etwas zu sagen haben, dann sagen Sie es doch einfach die Kamera. Über Youtube und Co. erreichen Sie innerhalb kürzester Zeit Reichweite.

8. Seien Sie mobil.
Für Journalisten war es nie einfacher als jetzt, Artikel, Bilder und Videos unterwegs zu produzieren und dank mobilem Internet in die Redaktionen zu schicken. In der Praxis werden diese Möglichkeiten noch immer viel zu selten genutzt. Wer wirklich mobil sein will, braucht ein Netbook. Die werden mittlerweile von jedem größeren IT-Konzern angeboten. Internetsticks gibt es von jedem Mobilfunkanbieter. Bei Fonic zahlt der Kunde 2,50 Euro pro Tag ohne Laufzeit, bei O2 21,25 Euro pro Monat mit zwei Jahren Laufzeit. Allerdings mit begrenztem Datenvolumen. Hier muss jeder User schauen, welcher Tarif besser zu den eigenen Surf-Gewohnheiten passt. Iphone-Besitzer mit einer Datenflatrate können sich den USB-Stick sparen. Tools wie Netshare machen aus dem Iphone ein Modem. Per Bluetooth oder Kabel stellt das Notebok dann über das Smartphone die Verbindung ins Netz her.

9. Lernen Sie SEO.
SEO ist nicht der Feind des modernen Journalismus. Suchmaschinenoptimierung gewinnt zunehmend Bedeutung im Online-Geschäft. Wenn Sie besser gefunden werden wollen, sollten Sie verstehen, wie Suchmaschinen funktionieren. In der Zukunft werden Schreiber, die sich mit SEO auskennen, das Rennen um Relevanz und Aktualität gewinnen. Suchen Sie deshalb nach Schlüsselwörtern zu den Themen, über die Sie schreiben wollen und denken Sie darüber nach, was Sie bei Google ranken wollen.

10. Lernen Sie Links lieben. Verlinkungen halten die Online-Welt am Laufen. Schließen Sie sich nicht ein und bauen Sie keine digitalen Zäune um Ihre Online-Aktivitäten. Das bringt Sie auch in den Suchergebnissen nach vorne. Verlinken Sie auf Quellen, die Sie interessieren und halten Sie User im Blick, die auf Sie verlinken.

11. Tag, Tag, Tag.
Tags, also Stichwörter zu Themenkomplexen, sind enorm wichtig für die Web- und Seitensuche. Durch Sie lässt sich Content schneller und einfacher finden. Besetzen Sie also eine Nische. Dann führen die Tags die User direkt zu Ihnen.

12. Copywriting. Im Kostenlos-Web wird die Wahrung von Rechten umso wichtiger. Achten Sie darauf, dass Ihre Werke urheberrechtlich geschützt bleiben und scannen Sie das Netz in regelmäßigen Abständen nach möglichen Urheberrechtsverletzungen.

13. Schreiben Sie leserlich. Passen Sie Ihre Schreibweise an die Online-Gewohnheiten der Gesellschaft an. Riesenabsätze sind out. Strukturieren Sie Texte, heben Sie wichtige Passagen hervor und überfordern Sie das Auge des Users nicht. Probieren Sie ruhig neue Formate aus.

14. Vergessen Sie den Hype. „Social Media“ und „Web 2.0“ kann mittlerweile niemand mehr hören. Viele Buzzwords sind nur heiße Luft. Doch einiges, was PR-Agenturen als „den“ neuen Trend verkaufen wollen, kann durchaus Potential haben und verdient Ihre Aufmerksamkeit.

15. Exklusive Geschichten sind passé.
Jeder Journalist ist auf der Suche nach dem Scoop. Doch eine exklusive Geschichte bleibt in diesen Tagen nicht lange exklusiv. Bestes Beispiel: Der Online-Dienst TMZ.com hatte als erster Dienst über Michael Jacksons Tod berichtet. Nur wenige Minuten später waren tausende Geschichten dazu im Web. Umso wichtiger werden also exklusive Weiterdrehs von Geschichten. Wenn Sie nicht selbst das Geschehene interpretieren können, finden Sie jemand, der es für Sie kann.

16. Objektivität ist überbewertet. Nur ein Bruchteil aller journalistischer Texte ist absolut objektiv. Schon die thematische Ausrichtung und Erzählweise subjektiviert eine Geschichte. Journalisten mögen zwar hart dafür arbeiten, um objektiv zu berichten. Doch ein Text läuft durch viele Instanzen und kollidiert ab und an mit den Einstellungen von Verlagen und Herausgebern.

17. Subjektivität kicks ass. Überlegen Sie einmal: Ihre Lieblingsschreiber sind meist die, die eine starke Stimme haben, die Stellung beziehen und um eine eigene Meinung nicht verlegen sind. Wenn das Thema es erlaubt, beziehen Sie Stellung und stärken Sie Ihre „Stimme“.

18. Nehmen Sie Teil.
Im Web 2.0 hilft jeder jedem. Solange Sie auch dazu bereit sind. Wer immer nur fordert und fragt, aber nichts Konstruktives beiträgt, wird schnell von der Community geächtet. Verhalten Sie sich in Foren und anderen Social Networks fair gegenüber anderen Usern. Wenn Sie helfen können, sollten Sie das auch tun.

19. Hören Sie zu.
Der Leser ist kein fremdes Wesen. Immerhin interessiert er sich für Ihre Geschichte. Aus diesem Grund verlinken immer mehr Portale die Kontaktdaten Ihrer Autoren. Seien Sie offen für Kritik und bauen Sie Kontakt zu Ihren Lesern auf.

20. Real Time News.
Nie hatte Aktualität und Schnelligkeit mehr Bedeutung als im heutigen Onlinejournalismus. Eine neue Geschichte wird Ihnen selten zum ersten Mal in der Zeitung von morgen begegnen. Wenn Sie also eine Geschichte mit neuen, exklusiven Inhalten haben, horten Sie sie nicht. Und noch wichtiger: Halten Sie veröffentlichte Geschichten stets auf dem neuesten Stand.

21. Crowdsourcing. Nutzen Sie das Wissen der Masse, und binden Sie Ihre Leserschaft in Ihre Recherchen ein. Die kann Ihnen die Geschichte zwar nicht schreiben, aber Sie dabei unterstützen. Mit neuen Kontakten, Tipps und Links, auf die Sie sonst vielleicht nicht gestoßen wären.

22. Netzwerken Sie.
Kommen Sie Ihren Leute näher! Verknüpfen Sie sich mit Menschen on- und offline. Joinen Sie relevante Gruppen, followen Sie interessante Menschen. Natürlich ist es erheiternd, sich mit alten Jugendfreunden neu zu vernetzen und die guten alten Zeiten aufleben zu lassen. Wirklich weiter bringen Sie Partyfotos mit den Schulkollegen im Netz allerdings nicht. Registrieren Sie sich in den einschlägigen Social Networks Facebook und Xing. Das erleichtert Ihnen die Suche nach Kontakten. Personen, die von Ihrer Arbeit überzeugt sind, können Sie so auch leichter finden.

23. Seien Sie geizig.
Warum für ein Agenturbild 80 Euro zahlen, wenn Sie eines umsonst bei Diensten wie Flickr bekommen können? Achten Sie jedoch darauf, dass Sie nur Bilder verwenden dürfen, die unter der Creative Commons Attribution Licence veröffentlicht wurden.

24. Seien Sie plattformunabhängig. Die Vorurteile und Befindlichkeiten zwischen On- und Offlinejournalisten sind groß und werden auch noch viele Jahre die Zusammenarbeit in den Verlagen prägen. Doch eine Geschichte wird nicht besser oder schlechter, wenn sie gedruckt oder online erscheint. Versuchen Sie also, Ihre Geschichten plattformunabhängig zu planen und crossmedial zu arbeiten.

25. Tun Sie es jetzt!

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