Pilawa sucht Late-Night-Herausforderung

Das erste Gespräch nach der Vertragsunterschrift: Der scheidende ARD-Moderator Jörg Pilawa hat seinen Wechsel zum ZDF mit einer "Herausforderung" begründet, die das Erste ihm nicht habe bieten können: "Eine Sendung zu entwickeln, die am späten Abend läuft und anders gestaltet ist als jede Quiz-Sendung". Im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" will oder kann der 44-jährige Hamburger aber keine Details nennen: "Ich habe zum Glück über ein Jahr Zeit, das zu entwickeln."

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Grund für die luxuriöse Denkpause sind Pilawas Verträge: Bei der ARD ist er bis zu 30. April 2010 gebunden, will aber „das alles wohl bis Ende 2009 vorproduziert“ haben. Der gerade unterschriebene Vertrag mit dem ZDF beginnt erst im Oktober 2010.  
Die ARD hatte bis zuletzt versucht, ihren erfolgreichsten Moderator zu einer Verlängerung zu bewegen; die Angebote waren laut Pilawa „fair und gut“, um Geld sei es nicht gegangen. Er habe aber nicht als „Quiz-Onkel“ in die Fernsehgeschichte eingehen wollen. Immerhin hatte ihm die ARD unter anderem „Verstehen Sie Spaß?“ angeboten, was offenbar nicht in Pilawas Planungen passte: „Samstage und Sonntage habe ich mir immer für die Familie freigehalten“. Den – nach eigener Zählung – um die 2000 ARD-Sendungen sollen deutlich weniger Einsätze bei der öffentlich-rechtlichen Konkurrenz folgen: Neben der Late-Night-Show („vermutlich Dienstagabend“) sind nur einzelne Abendshows vereinbart.  
Dem unvermeidlichen Vergleich mit den ZDF-Sendungen von Johannes B. Kerner entzieht sich Pilawa elegant: Ziel einer neuen Sendung könne nicht sein, wieder einen Schreibtisch mit vier Stühlen davor aufzustellen, „dafür bin ich motorisch auch viel zu unruhig“. Die Zeit einer „reinen Talkrunde“ sei ohnehin vorbei.

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