dpa entschuldigt sich im Fall Bluewater

Eine Kinowerbung blamiert deutsche Redaktionen: Heute morgen fiel nicht nur die Deutsche Presse-Agentur auf das angebliche Bombenattentat der deutschen Rapper-Combo "Berlin Boys" im US-amerikanischen Bluewater rein. Nach der Blamage folgt nun die Abbitte: "dpa hat sich bei ihren Kunden für diesen Fehler im Dienst entschuldigt. Wir überprüfen nach den heutigen Vorfällen unsere Regeln für den Umgang mit Informationen aus dem Internet und werden sie wo nötig verschärfen", heißt es in einer Erklärung der Agentur.

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Weiter erklären die Hamburger: „dpa hat – noch vor der Stellungnahme des Regisseurs – durch eigene Recherche herausgefunden, dass die Bluewater-Geschichte ein Fälschung war. Trotzdem sind wir dem ersten Hinweis des angeblichen „Tippgebers“ zu schnell und zu unkritisch gefolgt.“ Warum es Stunden dauerte, bevor die Falschmeldungen zurückgezogen wurden, lässt die Agentur offen.

Die Nachrichtenagentur ist aber nicht alleine. Auch Heute.de, Welt Online und Sueddeutsche.de berichteten. Allerdings griffen die meisten in ihrer Berichterstattung einfach nur auf das dpa-Material zur zurück. „Wir haben heute morgen viele Redaktionen angerufen“, erzählt Markus Meyer gegenüber MEEDIA. Er gehört zum Team um den Filmemacher Jan Henrik Stahlberg. „Ich habe einen Kasten Bier verwettet, dass nur die ‚Bild‘ die Story bringt. Aber ausgerechnet die haben es nicht gebracht. Dafür eine Menge anderer Medien.“

Für Stahlberg ist die Aktion jetzt schon ein voller Erfolg. Gegenüber MEEDIA erklärte er: „Wenn die Menschen neugierig auf den Film geworden sind, dann  hat es sich gelohnt.“ Für Aufsehen hat sein gefälschtes Attentat auf jeden Fall gesorgt.

Moralische Bedenken hätte der Regisseur nur gehabt, wenn es sich um „schnöde Reklame“ gehandelt hätte. „Die Aktion ist keine kommerzielle Werbung. Wenn es mir ums Geld gehen würde, dann würde ich ganz andere Filme drehen.“ Stahlberg glaubt nicht, dass sich jemand verletzt fühlen könnte: „Der Einzige, der Schaden genommen hat, ist der gute Geschmack.“

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