Kleinanzeigen: Ebay attackiert Medien

Mit seiner globalen Marke Kijiji wollte Ebay in möglichst vielen Ländern einen eigenen jeweils überregionalen Annoncen-Markt etablieren. Ein Plan, der vor allem in den Chefetagen vieler Lokalverlage für wenig Freude sorgte. Denn das Geschäft mit Kleinanzeigen, ob für Autos, Möbel, Jobs oder Kontakte, gehört zu den wichtigsten Einnahmefeldern vieler Verlage. Doch der große Kijiji-Siegeszug blieb aus. Jetzt unternimmt das Web-Auktionshaus mit Ebay-Kleinanzeigen.de einen neuen Versuch.

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„Wir nutzen die Marke Ebay damit erstmals für das Kleinanzeigengeschäft, bleiben aber auf einer anderen Plattform als der Ebay-Marktplatz“, sagte Jacob Aqraou, Chef des internationalen Kleinanzeigengeschäfts, gegenüber der „FAZ„. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ liefert passend dazu auch noch Angaben zur bisherigen Reichweite von Kijiji. Laut Nielsen soll das Portal im Juli rund 2,7 Millionen Besucher begrüßt haben.

Die Zahlen aus Googles Vermarktungs-Tool Ad-Planer bestätigen die US-Marktforscher. Demnach kam Kijiji im Juli auf 2,4 Millionen Unique Visitors. Marktführer bei den Kleinanzeigen ist Meinestadt.de (Holtzbrinck-Beteiligung) mit 4,6 Millionen Unique Visitors. Quoka.de, dass überregionale Angebot des Vorarlberger Medienhauses, kam im Juli auf 2,4 Millionen und Kalaydo (u.a. M. DuMont Schauberg, Rheinische Post) auf 0,69 Millionenen.

Der Ebay-Manager sieht im deutschen Online-Kleinanzeigen-Markt noch ein riesiges Potential. „Wenn wir den deutschen Markt mit anderen westeuropäischen Ländern vergleichen, ist Deutschland stark unterentwickelt. In Ländern wie den Vereinigten Staaten oder Frankreich verbringen die Menschen 20-mal mehr Zeit auf Kleinanzeigenseiten als in Deutschland“, zitiert die „FAZ“ Aqraou. Der Manager schätzt den weltweiten Markt für Online-Kleinanzeigen auf ein Volumen von 22 Milliarden US-Dollar.

Ebay will mit seinem umbenannten Angebot allerdings nicht nur den Verlagen Kunden abjagen, sondern auch mit den Medienhäusern zusammenarbeiten. Eine erste Kooperation mit Springers Immobilienportal Immonet ist bereits eingetütet.

Die Annoncen sind bei Ebay-Kleinanzeigen.de, wie früher auch bei Kijiji, kostenlos. Finanzieren soll sich die Plattform über eine Werbevermarktung.

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