Anzeige

Zypries greift Google an

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hat im Gespräch mit den "Stuttgarter Nachrichten" Google eine Kampfansage gemacht. Die Ministerin kritisiert am Internetunternehmen, bei der Digitalisierung von Büchern unzulässig vorzugehen, weil es das Urheberrecht missachte.

Anzeige

Des Weiteren beanstandete Zypries die Monopolstellung, die Google bezüglich der Digitalisierung von Büchern erhalte. Als Beispiel nannte sie, dass der bisherige Gratis-Service bei dem Verkauf des Internetgiganten schnell kostenpflichtig werden könne. Sie sagte im Interview, dass der Buchbestand dieser Welt nicht in die Hände eines Monopolisten fallen dürfe, der entscheide, wer die Preise diktiert und wer Zugang zu den Büchern bekommt.
Zypries mahnte die Bibliotheken, hart mit Google zu verhandeln, wenn sie Bücher mit abgelaufenen urheberrechtlichen Schutz zur Digitalisierung freigeben. Jeder Bibliothek sollte zusätzlich eine digitalisierte Buchkopie von Google einfordern, meinte sie.
Google zeigte sich bei einer Expertenanhörung der Europäischen Union (EU) in Brüssel versöhnlich und will auf die Bedenken eingehen. Geplant ist, ausländische Vertreter an der Beaufsichtigung des Digitalisierungsprojektes zu beteiligen. Die EU will bei der Anhörung die Auswirkungen eines noch nicht rechtskräftigen gerichtlichen Vergleichs prüfen, den Google mit US-amerikanischen Verlegern und Autoren geschlossen hat. Danach soll der Internetgigant gegen eine pauschale Entschädigung Bücher digitalisieren dürfen.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige