Ehssan Dariani beschimpft Holtzbrinck

StudiVZ-Gründer Ehssan Dariani hat der "Süddeutschen Zeitung" ein bemerkenswertes Interview gegeben, in dem er auf den StudiVZ-Käufer Holtzbrinck schimpft. Die "Zeitungsverkäufer aus Stuttgart" hätten den innovativen Geist bei StudiVZ abgetötet und "den Laden" zu einer Verwaltungseinheit gemacht. Ein weiterer Vorwurf Darianis: Holtzbrinck wolle mit StudiVZ gar keine hohen Umsätze machen, weil die Verlagsgruppe dann ihm und anderen Ex-Managern mehr zahlen müssten.

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Dariani hat nach eigenen Angaben von dem Verkaufserlös persönlich rund zehn Millionen Euro auf sein Girokonto gutgeschrieben bekommen. Dass Studi VZ noch keine Gewinne abwirft, begründet Dariani aber nicht nur mit bösem Willen, sondern auch mit angeblicher Unfähigkeit auf Seiten Holtzbrincks. „Die haben es geschafft, gute Leute rauszuschmeißen und viele falsche einzustellen. In aller Bescheidenheit muss ich sagen, dass ich diese Seite erfolgreich gemacht habe. Mein Nachfolger dagegen hat Studi VZ lange Zeit noch nicht mal benutzt. Das ist so, als würde jemand BMW-Chef, der keinen Führerschein hat“, sagte der VZ-Gründer der „SZ“.

Einen normalen Job anzunehmen kann sich Dariani nach eigenem Bekunden nicht mehr vorstellen. „Ich kann in keiner Firma anfangen, in der ich viel weniger verdiene als die Erträge meines Vermögens“, tönt er. Offenbar verdient er mit den Kapitalerträgen seines Verkaufsanteils rund 300.000 Euro pro Jahr.

Nach seinen Plänen für die Zukunft befragt, antwortet er schwammig: „Ich rede mit verschiedenen Leuten. Ich spinne an ein paar Ideen, bei denen ich nicht weiß, ob sie irgendwo hinführen. Vielleicht gründe ich nochmal ein Unternehmen.“ Einen MBA-Abschluss wolle er nicht machen („Wozu?“), die Tätigkeit als Investor sei ebenfalls nicht die seine, lässt Dariani wissen.

Seinen Rauswurf bei Studi VZ empfindet er heute noch als unfair: „Das war extrem unfein und ohne vertragliche Grundlage.“ Vielleicht auch ein Grund für seine negative Bewertung der Management-Qualitäten seiner Nachfolger.

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