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Nachrichten.de: Der Google-News-Killer

Hubert Burda gilt als einer der schärfster deutschen Google-Kritiker. Sein Vorwurf an die Suchmaschine: Sie verdient mit den Inhalten der Verlage Geld, ohne die Werbeeinnahmen zu teilen. Dass es auch anders geht, will er nun mit seinem neuen Projekt Nachrichten.de (Starttermin Mitte September) beweisen. Wie Google-News funktioniert auch der neue Dienst der Tomorrow Focus AG als Aggregator, doch im Gegensatz zur US-Company beteiligt Burda die Content-Lieferanten an den Einnahmen vom Start weg.

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„Nachrichten.de ist ein vollständig automatisiertes News-Portal. Der nachrichten.de-Crawler aggregiert Nachrichten von über 500 journalistischen Websites“, heißt es in einer Projekt-Präsentation, die MEEDIA vorliegt. „Das Ergebnis ist ein umfassender und top aktueller Überblick über die Nachrichtenlage in zunächst neun Ressorts. nachrichten.de erlaubt dem User umfangreiche Suchen und gezielte Recherchen.“

Soweit errinnert das Angebot an Google News. Doch „Nachrichten.de hat ein Beteiligungsmodell für Publisher und ihre Quellen entwickelt.“ So sollen die Urheber von Meldungen gleich doppelt profitieren: Sie bekommen von Burdas-Aggregator Trafffic zugeführt und werden darüber hinaus an den Umsätzen von Nachrichten.de beteiligt.

„Alle Quellen/Publisher profitieren nach Erreichen eines monatlichen Mindestumsatzes pro Quelle von dem Revenueshare-Modell, das sie an den anteiligen Werbeumsätzen ihrer Inhalte direkt beteiligt“, heißt es in der Präsentation. Passend dazu präsentiert sie auch ein Beispiel: „Der Publisher-Anteil vom Gesamt-Umsatz im Ressort Wirtschaft wird durch die Anzahl der angezeigten Snippets im gemessenen Zeitraum dividiert. Die anteiligen Umsätze können nun direkt den Quellen zugeordnet werden.“

Als Bonbon für die Quellen bietet Nachrichten.de zusätzlich noch ein kleines Geschenk für die Suchmaschinenoptimierung. „Bei der Anzeige von längeren Texten wird unter dem Artikel eine Linkbox ergänzt, die neben dem Link auf den Original-Artikel fünf weitere Links  der neuesten Themen der Quelle anzeigt.“

Zum Start will Nachrichten.de auf über 500 Quellen zugreifen. Darunter sollen alle gängigen Regionalzeitungen, Newsportale und Fachpublikationen sein. Geordnet werden die Meldungen dann klassisch nach Ressorts. Meldungen, die dasselbe Thema behandeln sollen in einem Cluster dargestellt werden. Der Kopf hinter Nachrichten.de ist Focus Online-Chefredakteur Jochen Wegner

Ob Burda dieses neue System auch bei seinem neuen Wirtschafts-Aggregator Finanzen100 einsetzt, ist noch unklar. Wenn der Test erfolgreich verläuft, kann das Modell auch auf andere TFAG-Portale wie Finanzen100, ausgerollt werden, heißt es bei der Tomorrow Focus AG. Seit heute ist die Plattform online und bislang hagelt es Kritik, weil man einfach den Content fremder Quellen absaugt, ohne die Produzenten an den Einnahmen zu beteiligen.

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