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„Schöne Woche“ – das Promi-Schnäppchen

Im zweiten Teil der MEEDIA-Serie über die stillen Auflagen-Stars begeben wir uns in das viel geschmähte Segment der günstigen, manche sagen auch: billigen, unterhaltenden Wochentitel. Vulgo: Yellows. Im badischen Bermuda-Dreieck der Zeitschriften zwischen Baden-Baden (Klambt), Offenburg (Burda) und Rastatt (Bauer) ist uns "Schöne Woche" aufgefallen. Das Heft erscheint im Pabel Moewig Verlag und kann im langfristigen Trend eine erfreuliche Auflagensteigerung von 9 Prozent innerhalb von fünf Jahren vorweisen.

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Im zweiten Quartal 2009 wies die „Schöne Woche“ eine Auflage von 207.888 Exemplaren laut IVW aus. Fast alles davon, nämlich 207.211, wurde in der härtesten Auflagen-Währung, dem Einzelverkauf erzielt. Es gibt lediglich 528 Abonnenten und der sonstige Verkauf spielt mit 149 Exemplaren so gut wie gar keine Rolle. Im Fünf-Jahres Trend kletterte der Einzelverkauf um neun Prozent. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate immerhin noch um drei Prozent. Das mag jetzt nicht mega -berauschend klingen, man muss aber bedenken, in welchem Wettbewerbsumfeld ein Heft wie „Schöne Woche“ steht. Ein Titel wie „Woche der Frau“ (Klambt) hat im Fünf-Jahres-Trend nicht gewonnen, sondern zehn Prozent Auflage verloren. „Viel Spass“ (Burda), hat im Fünf-Jahres-Vergleich gar 26 Prozent an Auflage eingebüßt.


Langfristig in einem schwierigen Markt erfolgreich: „Schöne Woche“

Die unterhaltenden Wochenzeitschriften stehen unter enormen Druck durch neue, teils noch billigere Yellow-Konkurrenz. Die gelbe Gefahr hört auf Namen wie „Von Frau zu Frau“, „Illu der Frau“ oder „Spaß für mich“. Ihnen allen gemeinsam ist ein Verkaufspreis von 49 bis 60 Cent. Im Gegensatz zu „Schöne Woche“ erscheinen die neueren Yellow-Titel allerdings oft monatlich. Nun liegt Bauers „Schöne Woche“ mit 59 Cent Verkaufspreis ebenfalls am absolut unteren Rand des Machbaren.

Umso höher muss man es der Redaktion anrechnen, dass für diesen Kampfpreis Woche für Woche nach einem eigenen Dreh für frische Promi-Geschichten gesucht wird. „Die Promi-Berichterstattung zeichnet sich durch eine positive Ansprache aus, was ‚Schöne Woche‘ deutlich vom Wettbewerb abgrenzt. Die Titelgeschichten bestreiten wir hauptsächlich mit jüngeren, ‚frischen‘ Promis, die vielfach auch in der TV-Landschaft präsent sind“, sagt Walter A. Fuchs, Verlagsgeschäftsführer Pabel-Moewig Verlag zum Konzept bei „Schöne Woche“. So stieß die Redaktion beispielsweise auf einen Test der Zeitschrift „Öko-Test“ zur Frauen-Fitness-Kette Mrs. Sporty, der alles andere als positiv ausfiel. Der Clou: Tennis-Legende Steffi Graf gab ihren guten Namen für die Kette her, schrieb sogar das Vorwort zu einer Mrs. Sporty-Broschüre. Was macht „Schöne Woche daraus: „Arme Steffi Graf – so wird ihr guter Name missbraucht“. Eine cleverer Dreh, der es auf den Titel schaffte.

„Die Veränderungen, die wir Mitte 2006 bei ‚Schöne Woche‘ vorgenommen haben, haben maßgeblich zur erfolgreichen Entwicklung des Titels im Lesermarkt beigetragen. Neben einer Hefterweiterung von 40 auf 48 Seiten wurde 2006 eine stringentere Heftstruktur eingeführt: mit einem Rätselteil als Block in die Heftmitte, unterbrochen durch die beliebte Food-Rubrik. Vor allem haben wir die Promi-Berichterstattung um etwa die Hälfte des Umfangs erweitert“, so Verlagsgeschäftsführer Fuchs, der die Konkurrenz der neuen Yellows natürlich auch im Auge hat: „Die Flut von neuen monatlichen Yellows, die so genannten ‚Billigheimer‘ seit 2007, hatte keinen nennenswerten Einfluss auf das Vertriebsergebnis von ‚Schöne Woche‘.“

Das Magazin sei ein klassischer Vertriebstitel. Auch mit 59 Cent pro Heft und einer guten Themenmischung kann man offenbar noch gutes Geld verdienen. Zudem sei das Anzeigengeschäft gerade in 2009 stabil gewesen. Das können nicht alle Verlagschefs von ihren Titeln behaupten. Das Internet und eine Online-Präsenz spielen für einen Titel wie „Schöne Woche“ dagegen „keine Rolle“. Fuchs ist froh, dass der Bauer Verlag mit www.wunderweib.de eine umfassende Plattform für alle Frauentitel des Verlags geschaffen hat. Somit ist das Thema Internet für ihn abgehakt. Auch darum dürfte ihn manch anderer Verlagschef im Stillen beneiden.

"Schöne Woche"

Auflage: 207.888 (2. Quartal 2009)
Erscheinungsweise: wöchentlich
Heftpreis: 0,59 Euro
Verlag: Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt
Website: schoene-woche.wunderweib.de
Erfolgsfaktoren: sehr günstiger Preis, vetriebsorientiert, originelle Themensetzung auf dem Titel, aktuelle, frische Promi-Berichterstattung

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