„Mein Kindergarten war das Kino“

Er ist ein Urgestein des regionalen Privatfernsehens und war zwei Jahrzehnte bei RTL. Dann wechselte Klaus Ebert als Geschäftsführer Digital TV zu Springer. Ab Mitte September grüßt der 55-Jährige nun als Mitglied der "Bild"-Chefredaktion (MEEDIA berichtete), in die er als Programmdirektor Bewegtbild einrückt. MEEDIA interviewte den leidenschaftlichen TV-Macher zu seiner neuen Aufgabe, der Rolle von Videos für Print- und Online-Marken sowie die künftigen Vermarktungsmöglichkeiten für Bewegtbild-Content.

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Wie sieht die Bilanz Ihrer bisherigen Arbeit bei Axel Springer aus?

Axel Springer war das erste Verlagshaus, das sich den Herausforderungen der digitalen Medienwelt mit einer eigenen Bewegtbildeinheit gestellt hat. Axel Springer Digital TV (ASDTV) hatte den Auftrag, Videolösungen für das Haus zu entwickeln und umzusetzen. Die Entwicklung ist mit dem Einsatz unseres Videomanagement-Systems abgeschlossen. In der  Umsetzung geht es nun um Weiterentwicklung, vor allem von WebTV-Angeboten.

Wie wird die Zusammenarbeit zwischen Print-Redaktion und TV-Reportern aussehen?

In den Redaktionen unseres Hauses,  vor allem bei „Bild“, produzieren Reporter und Redakteure bereits heute schon Bewegtbilder. Es spielt ja keine Rolle, wo und wie Inhalte verbreitet werden. Dafür haben wir Spezialisten, die redaktionelle Inhalte mit Druckmaschinen oder eben mit Videomanagemnt-Systemen vervielfältigen, je nachdem ob sie in Schrift, Foto oder Bewegtbild hergestellt werden.

Welche Chancen sehen Sie insgesamt für Bewegtbild bei Print und Online?

Bewegte Bilder sind ein entscheidend wichtiger Bestandteil für Online-Plattformen und mobile Kommunikationskanäle. Das hat Axel Springer früh erkannt. Vor allem bei „Bild“ wurden diese Aktivitäten daher massiv ausgebaut. In den Redaktionen gibt es heute hochprofessionelle Einheiten, die sich nur um diesen Bereich kümmern.

Was ist der generelle Unterschied zwischen TV und Bewegtbildern im Internet?

Die fehlende Bandbreite macht den Unterschied. Sonst gibt es keinen. Sobald genügend Bandbreite zur Verfügung steht, werden Bewegtbildangebote aller Art – eben auch TV-Angebote – darüber konsumiert werden. Das Internet ist auch nur ein Verbreitungsweg.

Welche Rolle spielt Ihre langjährige Erfahrung im Regionalfernsehen bei Ihren jetzigen Aufgaben?

Bewegtbilder fesseln mich, seit meinen frühen Kindertagen. Mein Kindergarten war das Kino. Meine Schule war RTL. Die Erfahrungen aus 20 Jahren Fernsehen werden mir jetzt sehr nützen.

Welche Pläne verfolgen Sie mittel- und langfristig als Programmdirektor Bewegtbild?

Attraktive Bewegtbild-Inhalte mit einem motivierten Team und moderner Technik möglichst weit zu verbreiten.

Werden Sie künftig auch anderen Portalen im Konzern zuliefern?

Axel Springer ist ein integriertes Medienunternehmen, in dem Synergien bestmöglich genutzt werden. Daher ist es selbstverständlich auch für andere Marken des Hauses möglich, auf unser Know-how zurückzugreifen.

Wie wird sich nach Ihrer Einschätzung die Vermarktung der Web-Videos entwickeln?

Das ist der Markt der Zukunft, auch wenn er im Moment noch am Anfang steht.

Wie ist Ihre Einbindung ins „Bild“-Tagesgeschäft, wie wird die Zusammenarbeit mit Kai Diekmann und der Chefredaktion konkret aussehen?

Als Programmdirektor koordiniere ich die Bewegtbild-Aktivitäten und bin vor allem dafür zuständig, das Wachstum voranzutreiben. Bei „Bild“ arbeiten Journalisten, die hervorragende Inhalte erstellen. Das ist die Basis für meine Arbeit. Die redaktionelle Verantwortung für Bewegtbilder haben weiterhin Manfred Hart für Bild.de und – übergreifend für „Bild“ – Kai Diekmann. 

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