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‚Handelsblatt‘: Jako reagiert auf PR-Desaster

Offiziell schweigt der Sportartikel-Hersteller: Doch hinter den Kulissen scheint sich Jako um eine Einigung mit dem Blogger "Trainer Baade" zu bemühen. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, verzichtet das Unternehmen aus Mulfingen-Hollenbach auf seine Forderung von 5.100 Euro. Der Druck der negativen Berichterstattung in Blogs und Online-Medien wurde offenbar zu stark. Ein weiteres Angebot, das Jako Baade gemacht haben soll, hat dieser allerdings abgelehnt.

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Bereits Mittwochmorgen hatte MEEDIA berichtet, dass Jako mit den Anwälten von Baade sprechen wolle. Das ist offenbar geschehen. Das „Handelsblatt“ zitiert den Blogger aus Duisburg: „Die sind nur eingeknickt, weil es eine Öffentlichkeit gibt.“

Der Fall Baade hat sich innerhalb von zwei Tagen zum totalen PR-Gau für den Ausrüster entwickelt. Auslöser der Kommunikations-Katastrophe war ein Blog-Eintrag von Frank Baade alias „Trainer Baade“. Mitte April veröffentlichte der Duisburger ein Posting, in dem er sich mit dem neuen Logo des Sportausrüsters beschäftigte. Wie Kai Pahl in seinem Blog vorrechnet, wurde der Text voraussichtlich von cirka 400 Leuten gelesen.

Knapp vier Wochen später bekam Baade dann Post von den Anwälten des Trikot-Herstellers. „Die Abmahnung richtete sich gegen vier Formulierungen aus dem Blogeintrag. Es gab mehrere Vergleiche der Marke JAKO und eine Bewertung des Logos, die als ‚unzulässige Schmähkritik‘ gegen das Wirtschaftsunternehmen(!) bewertet wurden“, schreibt Pahl. Obwohl Baade nach der ersten Abmahnung das entsprechende Postings zügig von seiner Seite nahm, die Kostennote (1.085,04 Euro) beglich und – allerdings nur teilweise – die geforderte Unterlassungserklärung unterzeichnete, ließen die Jako-Anwälte nicht locker. Denn sie fanden Wochen später beim Nachrichten-Aggregator Newstin.de noch eine Kopie des alten Blogeintrages und verlangten diesmal noch einmal zusätzliche rund 5000 Euro vom Duisburger.

Diese zweite Forderung ist mittlerweile wohl vom Tisch. Auch auf die ersten 1.085,04 Euro würde Jako – laut „Handelsblatt“ – nun verzichten, wenn Baade dem Unternehmen ein freundliches Verhalten bescheinige. Dazu ist der Blogger aber nicht bereit.

Der Duisburger weiß mittlerweile die breite Web-Öffentlichkeit hinter sich. Innerhalb von rund zwei Tagen laut Blog-Suchmaschine Icerocket mehr als 105 Blogs mit der Story beschäftigt. Bei Google findet sie sich der Fall bei einer einfachen Suche nach Jako bereits an prominenter Stelle und via Twitter gab es schon über 1000 Tweets zum Thema.

Die Folgen für das Unternehmen werden immer unkontrollierbarer, denn immer mehr Konsumenten melden sich in den Kommentarspalten (auch bei MEEDIA) zu Wort und sagen, dass sie keine Jako-Produkte mehr kaufen wollen.

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