Verlage und Sender planen Online-Allianz

Wie die "FAZ" berichtet, planen die Online Vermarkter der TV-Senderketten ProSiebenSat.1 Media, RTL sowie der Verlage Gruner + Jahr und Burda eine gemeinsame Allianz gegen die Marktmacht von Google. Die Vermarktungstöchter der vier Unternehmen, SevenOne Media, Tomorrow Focus, IP Deutschland, G+J EMS, wollen künftig in der Online-Vermarktung zusammenarbeiten. Es sei aber nicht daran gedacht, die Vermarktung zusammenzulegen.

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„Richtig ist, dass IP Deutschland, SevenOne Media, G+J EMS und Tomorrow Focus lose Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit in Teilbereichen der Online-Vermarktung führen, insbesondere im Bereich der zielgruppenorientierten Buchungen. Derzeit werden auch noch Gespräche mit weiteren Anbietern geführt. Zu keiner Zeit denkt man daran, die Vermarktung zusammenzulegen. Es gibt aktuell keinerlei Kooperationen zwischen den Vermarktern. Aus diesem Grunde ist bis dato auch kein Antrag auf Genehmigung bei einer Kartellbehörde gestellt worden“, so eine Stellungnahme von Gruner + Jahr zu dem „FAZ“-Artikel.

Eine besondere Rolle spielt offenbar das so genannte Targeting. Dabei werden anonyme Nutzerprofile erstellt, die dafür sorgen sollen, dass Werbung bei genau der Zielgruppe ankommt, die sich dafür interessiert. Je mehr Daten es hier gibt, desto feiner und besser funktioniert Targeting. Da sowohl Google als auch große Mediaagenturen an eigenen Targeting-Methoden basteln, sehen die TV-Anstalten und Verlage hier offenbar Handlungsdruck.

Das konzertierte Vorgehen der Medienanbieter hätte aber neben Google noch einen weiteren Gegner: United Internet Media. Der Online-Vermarkter des United-Internet-Konzerns (u.a. GMX, Web.de, 1&1) ist mit einer Reichweite von knap 48 Prozent der größte deutsche Online-Vermarkter. Die Nummer zwei, die Telekom-Tochter Interactive Media mit knapp 45 Prozent, wäre ebenfalls nicht bei der Allianz dabei. Ebenfalls einen eigenen Weg beschreitet bislang die Axel Springer AG, die mit einer Reichweite von 31 Prozent (laut AGOF Internet Facts) Platz elf im Vermarkter-Ranking der Internet Facts einnimmt.

Eine Online-Vermarkter-Allianz der TV- und Print-Häuser wäre jedenfalls mal ein sinnvoller Schritt, um gegen die Marktmacht von Google vorzugehen. Deutlich sinnvoller jedenfalls, als das sonst allgegenwärtige Gejammer und die Forderungen nach Leistungsschutz für eigene Inhalte. Mit einer Online-Allianz würden die Verlag den Wettbewerb mit Google wieder aufnehmen. Man muss aber natürlich einige Fragezeichen hinter das Vorhaben setzen. So muss sich erst noch zeigen, ob die beteiligten Unternehmen sich tatsächlich einigen und gemeinsam vorgehen können oder ob die Allianz im Gezänk steckenbleibt.

Auch technisch müssten gewiss einige Hürden genommen werden.

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