Relaunch: FTD.de jetzt mit vier Startseiten

Während die gedruckten Wirtschaftsmedien mit massiven Anzeigen- und Einnahmen-Rückgängen zu kämpfen haben, verrät Anton Notz gegenüber MEEDIA: "Die Website FTD.de arbeitet schon lange profitabel". Damit die Erlöse zukünftig noch kräftiger sprudeln, hat der Redaktionsleiter Electronic Media G+J Wirtschaftsmedien nun den kompletten lachsrosafarbenen Webauftritt überarbeitet. Kernelement der neuen Seite: Eine vierfache Startsteite, die vor allem neue Leserschichten erschließen soll.

Anzeige

„Unsere Nachrichten zeigen wir nun aus vier Perspektiven“, sagt Notz. Unter der Überschrift „für Klassiker“ präsentiert sich nun die Homepage in gewohnter Gestaltung. „Auf der Standard-Startseite stehen die redaktionell gewichteten Inhalte an erster Stelle“.

Die klassische Homepage
Die zweite Version richtet sich an Schnellleser und liefert in einem ticker-ähnlichen Design einen raschen Überblick über das aktuelle Tagesgeschehen. Drittens wird es Darstellung für Meinungshungrige geben, die Kommentare, Leitartikel und die User-Meinungen in den Vordergrund stellt.

Die Startseite für Schnellleser

Das größte Experiment stellt jedoch die Startseiten-Version „für Hingucker“ dar. Diese Seite ist nicht schlagzeilen-getrieben. „Auf ihr dominieren die visuellen Informationen. Aktuelle News und Hintergründe werden in Videos und Bilderserien präsentiert“, erklärt Notz.

Für Hingucker

Die Idee, die vorhandenen Informationen auf vier verschiedenen Arten darzustellen, ist clever und neu. FDT.de hat so auf einmal die Möglichkeit, neue Leserschichten anzusprechen, ohne die Stammnutzer zu vergraulen und ohne einen signifikanten redaktionellen Mehraufwand zu betreiben. Das 19-Mann große Team soll nicht aufgestockt werden. „Das neue Startseiten-Konzept bringt unseren Content noch besser zum Glänzen“, so Notz.

Bei aller technischen Finesse, die in der Seite steckt, ist es dem Redaktionsleiter wichtig, die Basis nicht aus den Augen zu verlieren: „Wir sind und bleiben ein Wirtschafts- und Finanzangebot, dessen Ziel es ist, die wichtigsten Informationen journalistisch gut aufzubereiten und möglichst schnell und umfassend auf der Seite zu haben.“

Die FTD-Startseite für Meinungshungrige
Die aktuelle Paid Content-Debatte spielt in dem seit zwei Jahren vorbereiteten Relaunch keine Rolle. „Die Verlagsbranche diskutiert zwar über Bezahl-Inhalte, aber sie sind für uns noch kein Thema. Ich glaube, dass man ein Angebot wie FTD.de über ein starkes Reichweitenwachstum finanzieren kann.“

Das mittelfristige Ziel des Relaunches ist offensichtlich: FTD.de soll näher an den Rivalen Handelsblatt.com rücken. Im Juli zählte die IVW für die Holtzbrinck-Seite 41 Millionen Klicks und 9,5 Millionen Visits. Die Ftd.de kommt dagegen auf 32 Millionen Klicks und 8,4 Millionen Visits.

Neben dem Duell der beiden Wirtschaftsseiten wird die Branche den FTD.de-Relaunch jedoch noch aus einem ganz anderem Grund interessiert begleiten. Gelingt es der Seite tatsächlich, ihre Reichweite signifikant zu steigern, dann hätten die Hamburger einen echten Coup gelandet, weil sie die neuen Leser nur über das geänderte Layout gewonnen hätten. Denn der Relaunch von FTD.de lässt sich auf die einfache Formel bringe: Die Inhalte bleiben dieselben, nur die Verpackung ist neu.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige