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DuMont-Chef: Wenig Verständnis für Proteste

Während die Redaktion protestiert, zeigt der Boss wenig Entgegenkommen: "Ich kann nicht verstehen, dass man sich dagegen wehrt, dass die Spitzenschreiber anderer Blätter auch im eigenen Blatt erscheinen", sagte Konstantin Neven DuMont beim gestrigen media coffee in Düsseldorf. Der Chef der Mediengruppe DuMont sprach sich eindeutig für eine enge Verzahnung der verschiedenen Redaktionen innerhalb eines Verlages aus, um vorhandene Synergien zu nutzen.

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Hintergrund von DuMonts Groll sind die Redaktions-Proteste der „Berliner Zeitung“ gegen eine Zusammenlegung des Wirtschafts-Ressorts mit der „Frankfurter Rundschau“. Der Wissenschaftsteil soll sogar komplett von Berlin an den Main wechseln.

Im Zuge der Proteste wurde dem Kölner Verleger auch immer wieder der Vorwurf gemacht, er hätte sich zu wenig mit Innovationen beschäftigt. Auch dem widersprach DuMont: „Die Verleger waren sehr aktiv in den letzten Jahren. Wir sind ins Briefgeschäft eingestiegen, haben Bücher verkauft oder Veranstaltungen angeboten. Aber all das reicht nicht, um die Verluste auszugleichen, die wir im Printgeschäft machen.“

Neben DuMont, nahmen Zeit-Geschäftsführer Klaus Esser die beiden Chefredakteur Wilm Herlyn (dpa) und Bernd Ziesemer („Handelsblatt“) an der news aktuell-Diskussionsrunde teil. Überschrift des Panels: „Gewinner und Auslaufmodelle – Wer profitiert von der Medienkrise?“.

Der Geschäftsführer der Zeit-Gruppe glaubt, dass sich die gesamte Branche in einer strukturellen Krise befindet. „Das statische Geschäft, von dem die Zeitungen so wunderbar die letzten 30 bis 40 Jahre profitiert haben, ist vorbei. Wir werden auf andere Weise Geld verdienen müssen.“
 
Handelsblatt-Chefredakteur Bernd Ziesemer sieht die Tageszeitungen vor allem durch das Web bedroht. „Das Internet zwingt die Qualitätsmedien, wirklich darüber nachzudenken, was ihre exklusiven Geschichten sind. Das Austauschbare und Gleiche wird auf jeden Fall zu den Verlierern dieser Medienkrise gehören. Ist eine Marke erst einmal beschädigt, gibt es keinen Weg zurück.“

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