1. Halbjahr: RTL trifft Werbekrise schwer

Die Bertelsmann-Tochter RTL Group bekommt die Folgen der anhaltenden Krise auf dem Anzeigenmarkt noch stärker als erwartet zu spüren. Der operative Gewinn bricht um 37 Prozent ein, während die Umsätze um knapp 10 Prozent nachgaben. Nach Steuern, Zinsen und Abschreibungen auf die britische Tochter Five fiel sogar ein Nettoverlust von 62 Millionen Euro für die einstige Cash Cow von Bertelsmann an. Schlimmer noch: Konzernchef Gerhard Zeiler erwartet keine baldige Erholung der Werbemärkte.

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Schlechte Zeiten, schlechte Zahlen: Wie erwartet haben sich Ergebnis und Erlöse der RTL Group im ersten Halbjahr deutlich schlechter als im Vorjahreszeitraum entwickelt. Das teilte der Luxemburg ansässige TV-Konzern heute Vormittag vor Handelseröffnung der Aktienmärkte mit.
 
So gaben die Umsätze zwischen Anfang Januar und Ende Juni dieses Jahres im Zuge der europaweiten Rezession um knapp zehn Prozent auf 2,59 Milliarden Euro nach. Im Vorjahreszeitraum waren noch 2,86 Milliarden Euro erlöst worden.

RTL Group muss Nettoverlust verkraften


Noch deutlicher schlug sich die Werbeflaute bei Europas größtem TV-Konzern in der Gewinnbilanz nieder. Nach 502 Millionen Euro im ersten Halbjahr sank das operative Ergebnis (Ebitda) auf 318 Millionen Euro – ein Einbruch von 37 Prozent. Nach Steuern, Zinsen und vor allem Abschreibungen auf die britische Tochter Five fiel sogar ein Nettoverlust von 62 Millionen Euro. an Im Vorjahr hatte die Bertelsmann-Tochter unterm Strich noch 391 Millionen Euro verdient.
 
Die drastischen Einbrüche konnten vom zu Jahresbeginn angekündigten rigiden Sparprogramm nicht aufgefangen werden. Allein die Kosten der deutschen Tochter RTL sanken in den ersten sechs Monaten um 97 Millionen Euro; europaweit wurden 198 Millionen eingespart. Trotzdem brachen die Erträge von RTL Deutschland ebenfalls um 25 Prozent ein.

Zeiler warnt vor keinem baldigen Ende der Werbeflaute, Aktie steigt 

An der Notwendigkeit, noch günstiger zu produzieren und einzukaufen, dürfte sich für Deutschlandchefin Anke Schäferkordt in absehbarer Zeit nichts ändern, zumal der Vorstand der RTL Group, Gerhard Zeiler, keine baldige Erholung der Werbemärkte prognostiziert.
„Angesichts der Marktgegebenheiten müssen wir unsere Produktions- und Akquisitionskosten deutlich senken und unsere Prozesse effizienter strukturieren“, erklärte Zeiler.

An den zuletzt haussierenden Aktienmärkten sind Anleger davon unterdessen offenbar unbeeindruckt und schicken die Börsencrash böse unter die Räder gekommene RTL-Aktie zu Handelsbeginn um fast 7 Prozent nach oben. Bei knapp 41 Euro notiert die RTL Group damit auf dem höchsten Niveau seit Januar.

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