WAZ angeblich mit sinkender Auflage

Die "tagezeitung" berichtet von Auflagen-Einbußen der WAZ-Zeitungen in Nordrhein-Westfalen. Die Abos der vier WAZ-Titel im bevölkerungsreichsten Bundesland seien im Juli um rund 26.000 Exemplare im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Mitte Juni war die neue gemeinsame Mantelredaktion der WAZ-Zeitungen unter Führung von "WAZ"-Chefredakteur Ulrich Reitz an den Start gegangen. Die WAZ-Geschäftsführung dementierte auf MEEDIA-Anfrage den Artikel.

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WAZ-Geschäftsführer Christian Nienhaus sagte zu dem „taz“-Artikel: „Das ist schlecht recherchierter Blödsinn.“ In der Tat sind die Zahlenspiele in der „taz“ nicht ganz eindeutig. So heißt es, dass viele Leser zur Urlaubszeit vorübergehend ihr Abo ruhen lassen. Dieser Urlaubs-Effekt würde aber nicht den deutlichen Abo-Rückgang der „WAZ“-Titel erklären, analysiert die „taz“ weiter. Die Zahl der wegen Urlaub ruhenden Abos sei in diesem Jahr sogar deutlich geringer als 2008. Bei den einzelnen Titeln habe die „WAZ“ selbst 8.500 Abos verloren, die „Westfälische Rundschau“ und „Neue-Ruhr-Zeitung“ jeweils über 4.000. Offiziell gibt die WAZ-Gruppe keine nach Titeln aufgeschlüsselten Auflagenzahlen heraus.

Die Analyse der „taz“, dass die Abo-Rückgänge auf den „Einheitsbrei“ aus der neuen Zentralredaktion zurückzuführen seien, wirkt aber nicht unbedingt schlüssig. Denn laut „taz“ musste auch die „Westfalenpost“, die als einzige NRW-Zeitung der WAZ-Gruppe ihren überregionalen Teil noch selbst produziert, deutliche Auflagen-Rückgänge hinnehmen. Die „Westfalenpost“ habe im Juli im Vergleich zum Vorjahr immerhin zehn Prozent an Abos eingebüßt. Würden tatsächlich die Abo-Kündigungen wegen des journalistischen „Einheitsbreis“ verstärkt auf den Tisch flattern, müsste die „Westfalenpost“ von diesem Effekt eigentlich ausgenommen sein. Die „taz“ erklärt den Abo-Rückgang hier mit der Schließung von Lokalbüros.

Als Verantwortlicher wird der „WAZ“-Chefredakteur und Initiator des gemeinsamen Newsdesks, Ulrich Reitz, ausgemacht. „Die Redaktion steht geschlossen neben Uli Reitz, nicht hinter ihm“, zitiert die „taz“ einen Insider. Den dürften solche Vorwürfe jedoch erst einmal kalt lassen. In einem Interview mit der „Süddeutschen“ teilte Reitz schon einmal mit: „Im Journalismus können Sie kaum Everybodys Darling sein.“

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