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Roger Schawinski will Ringier verklagen

In der Schweizer Radiobranche geht es derzeit gar nicht beschaulich zu. Der ehemalige Sat.1-Chef und Radio-Unternehmer Roger Schawinski will den Schweizer Ringier Verlag verklagen. Grund: In einer Werbebroschüre habe der Ringier-Sender Energy mit falschen Zahlen Schawinskis Radio 1 diskreditiert. Außerdem sei Schawinski in einer Fotomontage als geldgieriger Jude dargestellt worden. Energy-Chef Dani Büchi hat die Vorwürfe bestritten.

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Energy Zürich hat eine Werbebroschüre an Kunden verschickt, in denen Hörerzahlen und Spot-Preise mit denen von Roger Schawinskis Radio 1 verglichen werden. Die Energy-Werbung kommt zum Ergebnis, dass Werbung bei Radio 1 deutlich teurer ist. Schawinski sagt, Energy operiere hier mit falschen Zahlen. „Ringier diskreditiert unser Radio bewusst mit falschen Aussagen und fordert unsere Werbekunden mit unzulässigen Preisvergleichen dazu auf, Radio 1 nicht mehr zu buchen. Dies sind eindeutige Verstöße gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb UWG“, sagte Roger Schawinski dazu in einem Interview.

Zusätzlich heikel wird die Geschichte dadurch, dass Energy den Preisvergleich mit einer Fotomontage illustriert, die Schawinski an einem Tisch sitzend mit aufgetürmten Geldscheinen zeigt. Bereits 2001 hatte die Ringier-Zeitung „Blick“ Schawinski als Geldsack-tragenden Zeitgenossen karikiert, als dieser seine Firma verkaufte. Schawinski will bezogen auf die aktuelle Fotomontage keine direkten Antisemitismus-Vorwürfe erheben, sagte aber im Interview mit der „Basler Zeitung“: „Jeder Betrachter kann sich eine eigene Meinung darüber bilden, ob hier nicht gezielt jahrhundertealte antisemitische Klischees verwendet wurden, um sich wirtschaftliche Vorteile zu sichern.“

Dani Büchi, Geschäftsführer von Energy Zürich weist die Vorwürfe zurück. „Energy Zürich gewinnt Hörer, Radio 1 verliert Hörer. Inhaltlich gibt es daran nichts auszusetzen und mit dem ganzen Tumult will man nun von diesen Tatsachen ablenken“, sagte er dem Schweizer Mediendienst persoenlich.com. Zum Antisemitismus-Vorwurf sagte Büchi: „Jeder der die Präsentation gesehen hat, erkennt, dass dieser Vorwurf absolut haltlos ist.“

Hintergrund der unschönen Auseinandersetzung ist ein Streit um Radio-Frequenzen in Zürich. Schawinskis Radio 1 bekam kürzlich eine Frequenz auf Kosten von Energy zugeteilt. Energy hat gegen die Entscheidung Widerspruch eingelegt und darf zunächst bis Ende des Jahres weitersenden.

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