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„Focus“ will offenbar spiegeliger werden

Anfang September gibt es bei Burda in München einen großen Auftritt. Dann präsentiert laut "Süddeutscher Zeitung" "Focus"-Chef Helmut Markwort die Ergebnisse von drei internen Arbeitsgruppen, deren Konzepte das angeschlagene Nachrichtenmagazin wieder flott machen sollen. Laut "SZ" geht es unter anderem um mehr journalistische Langformate à la "Spiegel". Ironie des Schicksals. Als "Focus" 1993 erschien, war es das Münchener Magazin, das dem Hamburger "Spiegel" als Modernisierungsvorlage diente.

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Der frische Wind wird beim „Focus“ nun schon seit einiger Zeit vermisst. Das Heft brachte es zuletzt nur noch auf eine Gesamtauflage von 656.776 verkauften Exemplaren. Im Einzelverkauf gingen gar nur knapp 126.000 „Focus“-Hefte über die Ladentheke. Im Fünf-Jahres-Trend ist der Gesamtverkauf um 15 und der Einzelverkauf um 36 Prozent gesunken. Um zu beweisen, dass sich der „Focus“ aus eigener Kraft erneuern kann, rief Markwort das Projekt Z ins Leben. Womöglich eine Reminiszenz an glorreiche Tage des Anfangs. Der „Focus“ firmierte im Entwicklungsstadium bei Burda unter dem Codenamen „Zugmieze“. Nun steht das „Z“ der „Zugmieze“ für Zukunft.

Drei Arbeitsgruppen mit den Namen Alpha, Omega und Ypsilon tüftelten an neuen Ideen für das noch gar nicht so alte Magazin. Ursprünglich, so war zu hören, sollte das Konzept einer Gruppe ausgewählt und umgesetzt werden. Das sorgte bereits im Vorfeld für die eine oder andere spöttische Bemerkung im Verlag. Immerhin saß Oberboss Markwort selbst in einer Arbeitsgruppe. „Na, welche Gruppe da wohl gewinnen wird?“, fragte mancher Burda-Interne spitz.

Jetzt soll es also eine „Best of“-Lösung geben, frei nach dem Motto: Allen wohl und niemand weh. Laut „SZ“ soll bei der Präsentation von Projekt Z neben Markwort und seinem Co-Chefredakteur Uli Baur auch „Focus“-Geschäftsführer Frank-Michael Müller mitreden. Von dem drastischen Sparprogramm bei Burda blieb Markworts „Focus“ bislang weitgehend verschont. Es ist nicht von Nachteil für Mitarbeiter, wenn der Chefredakteur sein eigenes Vorstandsressort im Laden hat. Burdas erster Spar-Mann Philipp Welte hat jedenfalls keinen Zugriff auf das Markwort-Reich. Einige Zugeständnisse könnte es vielleicht bald doch geben.

Die „SZ“ bringt das Gerücht auf, der „Focus“ könne seine Außenbüros in Leipzig und Stuttgart dichtmachen und das Hamburger und Berliner Büro zusammenlegen. Bestätigt werden solche Pläne nicht. Der erste „Focus“ neuen Zuschnitts könnte dann Anfang 2010 am Kiosk liegen. Ein interessanter Zeitplan, immerhin läuft Markworts aktueller Vertrag bis Ende 2010. Markwort ist jetzt 72. Immer wieder gab es Gerüchte und Spekulationen über seine vorzeitige Ablösung. Markwort sitzt immer noch fest im Sattel. „Er wird seinen Vertrag bis Ende 2010“ erfüllen, sagte seine Sprecherin.

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