WAZ-Gruppe entwickelt Mobilfunkportal

Während die meisten deutschen Verlage gerade fieberhaft eigene iPhone-Apps entwickeln, geht die Essener WAZ noch einen Schritt weiter. Gegenüber MEEDIA verriet Geschäftsführer Christian Nienhaus: "Die WAZ-Gruppe plant gerade den Launch eines Mobilfunkportals und eines Mobilfunktarifs." Hintergrund für diesen Schritt: "Im Mobilfunkbereich glauben wir, dass die Nutzer zur Bezahlung von Inhalten eher bereit sein werden, als im stationären Internet."

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Damit setzt das Medienhaus aus dem Westen auf eine ähnliche Strategie wie Springer. Dessen CEO, Mathias Döpfner hatte am vergangen Freitag erst angekündigt, kostenpflichtige iPhone-Programme für die digitale Inhalte von Verlags-Angeboten wie Bild.de, Welt.de oder Computerbild.de zu entwickeln. Mit der „mein Klub Premium Edition“ von Bild.de ist mittlerweile sogar die erste Bezahl-App (1,59 Euro) bei iTunes im Angebot.

Seinem Ex-Boss kann der ehemalige Springer-Manager Nienhaus nur beipflichten: „Wir begrüßen die von Mathias Döpfner losgetretene Debatte über die Bezahlung journalistischer Inhalte im Internet und auf Mobilfunkgeräten.“ Der WAZ-Geschäftsführer geht jedoch noch einen Schritt weiter: „Hier sind auch die Verlegerverbände gefordert, um eine einheitliche Regelung im Interesse der Sicherstellung einer Finanzierung für das Erstellen von journalistischen Leistungen zu erreichen.“

Wie die eigenen Paid-Strategie bei der WAZ aussehen soll, ist im Moment noch unklar. „Inwieweit Fremdnutzer auf dem Mobilfunkportal der WAZ für Inhalte Geld bezahlen müssen, ist noch nicht entschieden. Wir werden hier den Markt weiter analysieren“, sagte Niehnhaus gegenüber MEEDIA. „Weitere Paid-Content-Pläne sind noch nicht in der konkreten Vorbereitung. Bei fortschreitender Digitalisierung der Welt ist es aber notwendig, dass auch im Netz für journalistische Inhalte ein angemessenes Entgelt erhoben werden kann.“

Der Aufbau eines Mobilfunkportals ist für den Geschäftsführer kein Neuland. Bereits Im Oktober 2007 starte er, noch in der Funktion als Vorsitzender der Verlagsgeschäftsführung der Bild-Gruppe, dass Bild-Mobilportal. Zeitgleich mit dem redaktionellen Angebot wurde damals auch ein „BILDmobil“-Prepaid-Tarif eingeführt, mit dem jeder Handynutzer kostenfrei und ohne Datenübertragungsgebühren im Bild.de-Angebot surfen konnte.

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