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Wie sich Medien über die ARD lustig machen

Da wird bei der Eröffnung der Leichtathletik WM in Berlin aus Versehen in der "Tagesschau" ein falscher Vorname des Bundespräsidenten eingeblendet ("Klaus"Köhler statt Horst Köhler) und alle Welt macht sich wieder einmal über die ARD lustig. Im Web und bei Twitter explodierten die Meldungen zur Namensverwechslung geradezu. Das hat vor allem zwei Gründe: Erstens sind solche Fehler besonders aufmerksamkeitsstark , wenn sie einer Institution wie der "Tagesschau" passieren. Zweitens war das nicht die erste peinliche ARD-Panne.

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Darum häuften sich auch Meldungen im Duktus von „Neue Panne“ und „Schon wieder Panne bei der ‚Tagesschau'“. Wir erinnern uns: Bei der Fußball-Europameisterschaft 2008 hatten die „Tagesthemen“ eine falsche Deutschland-Flagge („Rot-Schwarz-Gold“ statt „Schwarz-Rot-Gold“) eingeblendet. Anschließend zeigten ebenfalls die „Tagesthemen“ eine USA-Flagge mit einem Streifen zuviel. Jetzt also die peinliche Namensverwechslung mit „Klaus Köhler“. Vor allem „Bild“ nimmt die Panne zum Anlass für beißenden Spott. Unter der Überschrift „Bild hilft den lieben Tagesschau-Kollegen“ veröffentlicht die gedruckte „Bild“-Zeitungen einen ironischen Leitfaden zur künftigen Fehler-Vermeidung. Dabei bekommt die ARD auch vergangene Fehler, wie die versehentlich wiederholte Neujahrsansprache von 1986 nochmal aufs Brot geschmiert.

Das „Hamburger Abendblatt“ unkte „Die Sendung mit dem Klaus“, der Mediendienst DWDL titelte: „ARD macht sich zum Horst – und Horst zum Klaus“, das ostdeutsche Jugendmagazin „Spiesser“ schob den Fauxpas auf die Hitze und meinte: „Und wieder einmal was zu lachen.“ Die „Süddeutsche Zeitung“ erinnert in ihrem Online-Auftritt an einen weiteren Fehlgriff der „Tagesthemen“, die im vergangenen Jahr auf einem Bild, die Münchner Frauenkirche versetzte. Bei Twitter liefen die belustigten Kommentare und Weiterleitungen fast im Sekundentakt ein. Wie kam es überhaupt zu der Namens-Verwechslung? Ekkehard Launer, CvD der ARD, sagte dpa: „Wir haben schlichtweg einen Fehler gemacht. Im Eifer des Gefechts ist die falsche Schrifteinblendung durchgerutscht.“ Normalerweise würden die Schrifteinblendungen nochmals überprüft, bevor sie auf den Sender gehen. Wegen eines außergewöhnlich hohen Termindrucks sei dies am Samstag unterblieben.

Aus der Mediathek der ARD verschwand der Patzer übrigens ganz schnell. Laut tagesschau.de aber nur, weil die ARD lediglich über eingeschränkte Internet-Rechte an der Leichtathletik WM verfüge. Manchmal kann die unübersichtliche Rechte-Lage an TV-Bildern auch eine Gnade sein. In der „Welt am Sonntag“ verdammte Alan Posener die 20-Uhr-„Tagesschau, noch ohne Verweis auf die jüngste Panne, als „Einschlafhilfe der Nation“. Man werde kaum irgendwo verlässlicher eingelullt als in der ARD zwischen 20 und 20.15 Uhr. Dank „Klaus Köhler“ sind nun alle wieder wachgerüttelt.

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