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Basicthinking ohne Basic erfolgreicher

Damit hätten wohl selbst die größten Optimisten kaum gerechnet: Sieben Monate nach dem spektakulären Verkauf des deutschen Top-Blogs BasicThinking ist das neue Team erfolgreicher als zuvor Web-Star Robert Basic - zumindest bei den Zugriffszahlen. Im Juli 2008 erschrieb sich Basic 217.675 Unique Visitors. Das neue Autoren-Team um André Vatter, schaffte ein Jahr später 307.808 einzelne Besucher. Das Erfolgsgeheimnis der Neulinge: mehr aktuelle Berichterstattung und weniger persönliche Einträge.

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Die Erfolgsbewertung von Basicthinking.de steht jedoch immer unter dem Vorbehalt, dass der Januar 2009 nicht mitgezählt wird. In diesem Monat wurde das Blog versteigert und durch das riesige mediale Interesse an der Auktion erreichten die Besucherzahlen Höhen, die sich mit normaler redaktioneller Arbeit kaum erreichen lassen. Abgesehen vom Januar 2009 hatte Basic selbst seinen absoluten Rekordmonat im September 2008. Damals verzeichnetet die Seite 241.982 Unique Visitors.

Der Star-Blogger verkaufte sein Journal am 15. Januar für 46.900 Euro an Serverloft.de, einem Tochterunternehmen des Hostings-Spezialisten Intergenia. „Wir hatten den Kauf so geplant, dass sich der Preis alleine aus der Presse- und Web-Aufmerksamkeit der ersten sieben Tage refinanzieren musste“, erzählt Intergenia-Gründer Christoph Berger. „Das ist uns gelungen.“ Neben den Werbeeffekten ging es Berger bei der Investition auch darum, dass Blog weiterzuführen. Dazu griff der Manager auf hauseigene Ressourcen zurück. Denn zum Portfolio der der Hosting-Spezialisten gehört auch das Info-Portal Onlinekosten.de. Bereits wenige Tage nach der erfolgreichen Versteigerung übernahmen die Redakteure des Service-Portals BasicThinking.de.

Mittlerweile kümmern sich Michael Friedrichs und Andre Vatter um die Seite. Obwohl der Content nun von Journalisten produziert wird, ist BasicThinking noch lange kein typisches redaktionelles Angebot. „Es ist nach wie vor ein Blog. Denn es ist nicht objektiv geschrieben“, sagt Berger. „Unsere Autoren bewerten und beschreiben aus einer ganz persönlichen Perspektive heraus. Ein solcher Ton wäre bei einem Nachrichtenportal völlig unmöglich. Wir fühlen uns nicht an alle journalistischen Standards gebunden.“

Den Lesern gefällt offenbar der neue Ton. Innerhalb der Bloggosphäre scheint das neue Blog allerdings weniger Fans zu haben. Die Berechnungen der deutschen Blogcharts zeigen eindeutig, dass BasicThinking.de seit Monaten stark an Verlinkungen verliert.

Für die wachsenden Leserzahlen sieht Berger vor allem zwei Gründe: Da ist zum einen die thematische Neuausrichtung der Seite. So verzichtet die Redaktion auf persönliche Einträge und hat zudem die Spiele-Themen klar ausgebaut. Lediglich die Web- und Technik-Berichterstattung erinnert noch an alte Zeiten.

Zum anderen gewinnt das Angebot durch Twitter und Mundpropaganda immer neue Leser. „Twitter ist nach den Suchmaschinen unser größter Traffic-Bringer. Damit ist der Microblogging-Dienst der einzige Referrer, der einen zweistelligen Anteil an unseren Zugriffen ausmacht“, sagt Berger.

So schön die Steigerung der Nutzerzahlen auch ist, letztendlich will Berger mit dem Blog Geldverdienen. Deshalb soll im Herbst langsam die Vermarktung der Seite beginnen. „Natürlich muss sich Basic Thinking irgendwann selbst tragen, sonst wäre es reine Liebhaberei.“

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