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Verlage entdecken neuen Web-Vertriebskanal

Der neue Konkurrenzkampf zwischen Google und Facebook könnte ein Licht auf die künftige Mediennutzung werfen. Fanden Online-Leser bislang über Suchmaschinen den Weg zu Zeitungs- oder Video-Portalen, kommen umgekehrt die Artikel zunehmend über Soziale Netzwerke zum Nutzer. Für Verlage oder Sender ergibt sich daraus eine ganz neue Vertriebsstruktur. Welt Online ist hier bereits aktiv. Gegenüber MEEDIA sagte ein Sprecher: "Mit Social-Media-Aktivitäten wollen wir neue Zielgruppen an unsere Marke heranführen."

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Den Kanal Twitter nutzen Zeitungs- und Zeitschriftenredaktionen oder der Rundfunk bereits seit längerem. Während Google soziale Widgets einführt, und Netzwerkfunktionen integriert, bietet Facebook seit neuestem eine Echtzeitsuche. Mit der Friendfeed-Akquisition hat das Netzwerk gezeigt, wohin die Entwicklung geht: Zur Echtzeit-Kommunikation. Und ein erheblicher Teil der Mitteilungen in Netzwerken wie Facebook betrifft Bilder, Videos, Textartikel – Medieninhalte.

Hier wird klar, warum ein sogenanntes Soziales Netzwerk zum Konkurrenten der wichtigsten Suchmaschine aufsteigen kann: Facebook filtert für die Nutzer aus dem Internet-Ozean nicht nur vergleichbare Inhalte; aufgrund einer vollkommen anderen – „sozialen“ – Funktionsweise kann es dies in Echtzeit tun. Inhalte stehen sofort anderen Nutzern zur Verfügung. Es gibt bereits Websites, die mehr Traffic durch Facebook als durch Google verzeichnen.

Es ist diese Echtzeit-Kommunikation in Verbindung mit der Fähigkeit, Inhalte zu transportieren, die Social-Media-Dienste jetzt für Medienunternehmen attraktiv erscheinen lassen. Aus Netzwerken, in denen sich ursprünglich Privatpersonen untereinander austauschen konnten, werden Kommunikations- oder Publikationsnetzwerke für professionelle Anwender. Für die Medienbranche sind diese mutierten Strukturen interessant, weil sie darin neue Nutzergruppen erreichen kann.
Das bestätigt auch Welt Online-Pressesprecher Dirk Meyer-Bosse gegenüber MEEDIA: „Mit den Social-Media-Aktivitäten wollen wir neue Zielgruppen an unsere Marke heranführen.“ Wie wirkungsvoll das ist, lasse sich drei Wochen nach dem Start des Vorstoßes allerdings noch nicht genau sagen. „Es ist derzeit noch zu früh, valide Aussagen zu Zahlen zu treffen. Die ersten Ergebnisse sind jedoch sehr positiv.“

Dennoch: Von den insgesamt acht Redakteuren, die ausschließlich für Welt Online verantwortlich sind, kümmert sich einer ausschließlich um Social-Media-Aktivitäten. Meyer-Bosse: „Die Frage ist immer: Wie kann man Leute erreichen, wo kann man sie abholen? Innovative Angebote wie Xing oder Facebook passen sehr gut zur Marke WELT, warum sollte man dann nicht eine Win-Win-Situation schaffen?“

Bei Spiegel Online wollte man sich zu dem Thema noch nicht äußern.

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