Geld für iPhone-Apps: Die Pläne der Verlage

Mathias Döpfner ist nicht allein: Gegenüber MEEDIA bestätigten Sueddeutsche.de, die "FAZ", Bauer und Focus Online, dass man an Bezahl-Diensten arbeite. Hintergrund: In einem Interview mit der "FAZ" kündigte der Springer-CEO an, kostenpflichtige iPhone-Apps für alle Verlagsinhalte (Bild.de, Welt.de) zu entwickeln und an Freemium-Modellen für die Regional-Portale zu arbeiten. Die Nummer Eins unter den Deutschen Verlags-Apps, Stern.de, verspricht dagegen, kostenlos zu bleiben.

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Gegenüber MEEDIA sagt stern.de-Geschäftsführer Christian Hasselbring: „Wir sehen noch kein Potenzial für Paid Content, jedenfalls nicht auf der Ebene der klassischen Informations-Portale. Wie sich Paid-Modelle in anderen Kanälen entwickeln, beobachten wir intensiv.“ Die iPhone-Applikation der Hamburger ist mit über 300.000 Downloads aktuell die mit Abstand erfolgreichste Verlags-App in Deutschland.

Eine Ähnliche Position wie Hasselbring vertreten die Hamburger Nachbarn der Zeit-Gruppe. Eine Verlagssprecherin bestätigt gegenüber MEEDIA, dass man aktuell nichts plane.

Anders sieht es weiter im Süden der Republik aus. Focus-Online-Chefredakteur Jochen Wegner bestätigt gegenüber MEEDIA, dass sich eine kostenpflichtige iPhone-App bereits in der Entwicklung befindet. Auch in Frankfurt scheint eine Entscheidung zugunsten von Bezahl-Inhalten gefallen zu sein. Die „FAZ“ sieht in kostenpflichtigen Apps die einzige Möglichkeit, die teuren Entwicklungskosten zu refinanzieren. „Wir sehen auch Umsatzpotenziale im Angebot von mobilen Applikationen, die den Nutzern Mehrwerte stiften“, sagt eine Verlagssprecherin gegenüber MEEDIA.

Der Bauer-Verlag verfügt bereits über Bezahl-Angebote. So verrät Eva-Maria Bauch:  „Wir testen die Zahlungsbereitschaft der Nutzer bereits in einigen Bereichen“. Die Planungen gehen aber schon weiter. „Auch bei uns sind für exklusive Inhalte kostenpflichtige iPhone-Apps in Planung.“
 
Der Mehrwert ist für Hans-Jürgen Jakobs das Zauberwort. Der Chefredakteur von Sueddeutsche.de sagt: „Wir planen gute Inhalte, die wir zum Teil kostenpflichtig machen wollen. Zusatzentgelte gibt es aber nur für Zusatznutzen. Das müsste auch Herr Döpfner wissen.“

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