„Apple hat das schon sehr gut gemacht“

Electronic Arts (EA) ist einer der erfolgreichsten Anbieter von Computer-Spielen weltweit. Seit der Öffnung des iPhones für Fremd-Applikationen zählt EA auch mobil zu den gefragtesten Spiele-Produzenten: Ob "Need for Speed", "Scrabble", "SIM City" - die EA-Apps zählen zu den gefragtesten Downloads im Apple Store. MEEDIA sprach mit Olaf Coenen, Managing Director von EA Deutschland, über die neuen Nutzer durch das iPhone, richtige Produktentwicklung und die Kosten für ein neues Spiel.

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Haben Sie mit Ihren Spielen auf dem iPhone neue Nutzer gefunden?

Coenen: Ja, ganz klar. Nur ein Beispiel aus meinem privaten Umfeld: Ich konnte meine Frau nie begeistern, mit der Konsole zu spielen. Doch auf ihrem iPhone hat sie Spore und Scrabble bis zu Ende gespielt.
Wohin geht die Reise in Sachen Spiele auf den Smartphones?
Coenen: Das hängt ganz davon ab, wie viele Endgeräte die Anbieter verkaufen und wie leicht man seine Spiele auf die Smartphones bekommt. Apple hat das schon sehr gut gemacht. Vorher musste man ja für jedes Handymodell sein Spiel anpassen. Das war sehr mühsam.
Der AppStore ist mit 65.000 Apps extrem unübersichtlich. Sollte Apple einen eigenen Spiele-Store einrichten?
Coenen: Ich halte mich mit öffentlichen Ratschlägen an Apple zurück. Aber der Erfolg spricht für den AppStore. Apple ist bekannt dafür, immer wieder benutzerfreundliche Lösungen zu finden, da werden sie sich hierfür etwas einfallen lassen. Einen Spiele-Store sehe ich nicht. Wobei wir merken schon einen Unterschied, ob unsere App in den Top 100 vertreten ist oder nicht.
Wenn ein Entwickler zu Ihnen kommt und eine neue Spielidee präsentiert, worauf kommt es an?
Coenen: Einen Mangel an Ideen haben wir nicht. Allein für die Nintendo DS kamen zur Weihnachtszeit 650 neue Spiele auf den Markt. Die Konzepte sind also da. Ein neues Spiel muss dem Nutzer einen Clou bieten, etwas Neues, das er so noch nicht kennt. Natürlich spielen die Entwicklungskosten auch eine Rolle.
Wie teuer ist es denn ein Spiel zu entwickeln?
Coenen: Es ist ja nicht nur die Entwicklung, sondern auch Marketing, PR und die Arbeit mit den Communities. Nur ein tolles Spiel ins Regal zu legen, reicht nicht. Große Spiele schlagen mit 20 bis 30 Millionen US-Dollar Investitionssumme zu Buche.

Spielt Werbung in Spielen ein bedeutende Rolle bei den Einnahmen?
Coenen: Nein, keine bedeutende. Es ist ein weiterer Faktor in unseren Businessplänen. Die Werbung muss die Authentizität des Spiels unterstützen. Vereinfacht gesagt: Werbung darf nur dort auftauchen, wo es auch in der realen Welt passiert. Bannerwerbung in Fußballspielen ist also ein logischer Schritt.
Wie eng ist die Zusammenarbeit mit der Film- und Musik-Branche?
Coenen: Die ist sehr eng. Steven Spielberg hat mit uns Boom Box entwickelt. Derzeit arbeitet er an einem weiteren Spiel. Die wichtigen Personen im Filmgeschäft haben die Chancen erkannt. Ubisoft hat parallel zum Film Avatar von James Cameron das Spiel entwickelt. In der Musik ist es ähnlich. Wir sind eine tolle Promotionplattform für Bands. Wir bringen in Zusammenarbeit mit MTV Anfang September „The Beatles – Rockband“ heraus. Da kann man Beatles-Stücke nachspielen. Zeitgleich wird die EMI die größten Hits der Pilzköpfe digital neu abgemischt auf den Markt bringen.
Was ist Ihr Lieblingsspiel?
Coenen: Das sind Portal und Battelfield. Auf dem iPhone sind es Need for Speed undercover und Scrabble.
Dr. Olaf Coenen (38) ist Managing Director für Electronic Arts (EA) Deutschland und Österreich. Er ist seit vier Jahren für das Unternehmen mit Sitz in Köln tätig. Coenen ist seit seinen C64- und Amiga-Tagen spielbegeistert.
Das ganze Interview finden Sie bei iPhone-Fan.de

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