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Xing: Mehr Umsatz, aber weniger Gewinn

Die Erfolgsstory geht weiter, doch sie bekommt Kratzer: Die Hamburger Xing AG hat im ersten Halbjahr weiter deutlich steigende Umsätze vermelden können - 21,5 Millionen Euro erlöste das Online-Business-Netzwerk in den ersten sechs Monaten 2009. Doch die Wachstumsdynamik flacht damit auch deutlich ab: Um 35 Prozent legten die Umsätze nur noch zu, die Gewinn entwickelten sich unterm Strich gar rückläufig – wegen Investitionen in neue Geschäftsmodelle.

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Mit den Halbjahreszahlen von Xing ist es wie so oft im Leben: Es gibt gute und weniger gute Nachrichten. Die gute: Das Online-Business-Netzwerk wächst weiter. 900.000 neue Mitglieder, davon 85.000 Premium-Kunden, konnten in den ersten sechs Monaten dazugewonnen werden.

So konnte das Kerngeschäft mit Premium-Mitgliedschaften dann auch mit einer Umsatzsteigerung von 41 Prozent auf 17,86 Millionen Euro wesentlich zur Gesamtumsatzsteigerung beitragen. Auch der Halbjahresumsatz mit Stellenanzeigen legte im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21 Prozent auf 2,23 Millionen Euro zu.

Entsprechend konnten die Gesamt-Erlöse dann auch weiter deutlich zweistellig zulegen. 21,54 Millionen Euro setzte das einzig börsengelistete Web 2.0-Unternehmen in den ersten sechs Monaten des Jahres um. 2008 waren es noch 15,91 Millionen – das entspricht einer Umsatzsteigerung von 35 Prozent.

Auch Xing spürt die Krise: Abflachung des Wachstums

Auf den ersten Blick sind zweistellige Wachstumssprünge in diesen Dimension in Krisenzeiten ein respektables Ergebnis. Auf den zweiten Blick jedoch wird deutlich, dass auch Xing die Folgen der Krise spürt: So legten die Erlöse in den ersten beiden Quartalen des Vorjahres noch sprunghaft um 91 bzw. 96 Prozent zu, um dann mit jedem Dreimonatszeitraum merklich abzuflachen.

Auf ein Umsatzplus von 85 Prozent im dritten Quartal 2008 folgten 58 Prozent zwischen Oktober und Dezember, um auf 43 Prozent im Startquartal 2009 abzuflachen. Nun also noch 35 Prozent. Der Trend ist klar: Das Wachstum stößt an seine Grenzen.

„Im ersten Halbjahr kräftig in die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle investiert“


Noch deutlicher wird diese Entwicklung bei den erzielten Gewinnen. So ist das operative Halbjahresergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ist mit 5,90 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitrum gerade mal noch um zwei Prozent gestiegen Vorjahresergebnis: (5,76 Millionen Euro). Unterm Strich entwickelte sich das Konzernergebnis gar rückläufig: Nach 2,95 Millionen Euro verdiente Xing nun nur noch 2,18 Millionen.

Was jedoch eben auch zahlreichen Investitionen geschuldet sei, wie sich Konzernchef Groß-Selbeck beeilte, deutlich zu machen: „Wir haben im ersten Halbjahr kräftig in die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle investiert und gute Fortschritte bei der konsequenten Umsetzung unserer strategischen Ziele gemacht“. Wie hoch die Aufwendungen für die zahlreichen neueinegführten Applikationen wie „Xing News“, „Mitglieder, die sie kennen könnten“ u.a. tatsächlich zu Buche schlugen, bezifferte das Hamburger Online-Unternehmen nicht.

Die Börse reagierte dann auch zunächst unterkühlt auf das jüngste Zahlenwerk. Die Xing-Aktie verlor zu Handelstart fast 4 Prozent auf nur noch 27 Euro.

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