Ad Planner: Bild.de überholt Spiegel Online

Führungswechsel im Nachrichtenmarkt: Bild.de hat laut der Juli-Zahlen aus dem Google-Research-Tool Ad Planner erstmals Spiegel Online überholt. Während Bild.de seinen Juni-Wert von 6,80 Mio. Unique Visitors halten konnte, rutschte Spiegel Online auf 6,10 Mio. und damit auf Platz 2. Zu den Verlierern des Monats gehören zudem tagesschau.de und news.de, deutlich hinzugewinnen konnten hingegen u.a. die Websites von Hamburger Abendblatt und Berliner Morgenpost.

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Der Ad Planner, der Nutzungsdaten aus einer Vielzahl von Google-interner und externer Quellen zu Unique-Visitors-Zahlen hochrechnet, zeigt damit einen Führungswechsel, der demnächst auch in den Zahlen von IVW und AGOF anstehen könnte. Schon bei den AGOF-Zahlen des ersten Quartals lag Bild.de mit 5,52 Mio. Unique Usern nur noch knapp hinter Spiegel Online (5,77 Mio.) zurück. Bei den Zahlen aus dem Ad Planner hat sich Bild.de nun also erstmals an Spiegel Online vorbeigeschoben, nachdem die beiden Kontrahenten im Juni gleichauf lagen.

Auf den Plätzen dahinter verloren Focus Online, sueddeutsche.de und Welt Online auf ähnlichem Niveau wie Spiegel Online. Die Urlaubszeit sorgte dafür, dass die Nachrichtenbranche insgesamt rund 5% weniger Besucher auf den Seiten verzeichnen konnte als noch im Juni. Einziger Gewinner in der Top Ten ist stern.de, das sich um immerhin 4,3% verbessern konnte. tagesschau.de verlor hingegen 14,3% und liegt nun gemeinsam mit FAZ.net und RP Online auf einem geteilten siebten Platz. Auf den Rängen 11 bis 25 finden sich drei weitere Gewinner: N24.de gewann (ohne wer-weiss-was-Doping) 1,0%, abendblatt.de 12,2% und morgenpost.de 8,8%. Deutlich verloren hat wie schon bei den IVW-Zahlen news.de: 17,6% der Juni-Visitors gingen hier abhanden. Die Top 25 unseres Ad-Planner-Nachrichten-Rankings sieht damit so aus:

Auf den Rängen 26 bis 50 gibt es zunächst vier Websites, die im Juni noch nicht dabei waren. Dabei handelt es sich allerdings nicht um echte New Entries, sondern um Angebote, die wir bisher einfach nicht auf der Rechnung hatten. Da es im Ad Planner keine vernünftige Kategorisierung der Millionen Websites gibt, nehmen wir diese selbst vor. Die Websites der türkischen Zeitungen „Hürriyet“ und „Milliyet“, sowie der britischen „Daily Mail“ und des „Time Magazines“ waren uns dabei bisher durchgerutscht. Durch eine von uns erstellte Kategorisierung der Top-2000-Websites Deutschlands sind wird nun aber sicher, alle Nachrichten-Sites in unserem Ranking dabei zu haben.

Neben diesen vier Neuzugängen fällt zudem das Plus von 21,9% von die-topnews.de auf, ebenso der Zuwachs bei tz-online.de und wiwo.de. Deutlich verloren haben in Deutschland hingegen vor allem dw-world.de, dradio.de und blick.ch. Abseits der Top 50 gibt es im Übrigen wenig gute Nachrichten für DNews.de. Der jüngste Konkurrent im deutschen Nachrichtenmarkt hat einige Monate nach seinem Start nur 33.000 Unique Visitors aufzuweisen und gehört damit nichtmal zur Top 100 des deutschen Nachrichtenmarktes.

Da es immer wieder Zweifel an den Zahlen aus dem Google Ad Planner gibt, haben wir mal einen Vergleich durchgeführt, um die Zweifel zu überprüfen. Dafür haben wir die Zahlen der Top-20-Nachrichten-Websites, die sich von der AGOF ausweisen lassen, mit denen aus dem Ad Planner verglichen. Der Nachrichtenmarkt bietet sich für einen solchen Vergleich besonders an, weil in dieser Branche die meisten AGOF-Zahlen vorliegen. Wir haben für den Vergleich die aktuellsten AGOF-Zahlen – die aus dem ersten Quartal 2009 – genommen und vergleichen sie mit denen aus dem Ad Planner. Auch hier haben wir wegen der Vergleichbarkeit die Zahlen des ersten Quartals und nicht die aktuellen Juli-Zahlen verwendet. Das Ergebnis ist erstaunlich:

Vergleicht man die Platzierungen, so gibt es nahezu keine Unterschiede, fast alle Konkurrenten liegen sowohl bei AGOF als auch im Ad Planner auf dem selben Platz. Und: Auch bei den Nutzerzahlen, also den Unique Usern bzw. Unique Visitors, ähneln sich die Zahlen in den meisten Fällen sehr. Der Vergleich zeigt also eindeutig, dass die Ad-Planner-Zahlen keineswegs unrealistische Ergebnisse zeigen oder gar völlig an der Realität vorbei gehen.

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