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„Economist“ führt das Ein-Ausgaben-Abo ein

Der britische "Economist" ist die Erfolgsgeschichte im internationalen Zeitschriftengeschäft schlechthin. Während bei anderen Titeln Auflagen und Erlöse erodieren, verzeichnet der "Economist" steigende Gewinne und Auflagenzuwächse. Jetzt experimentieren die Briten mit einem revolutionären neuen Vertriebsmodell: dem Ein-Ausgaben-Abo. Die Idee ist bestechend einfach: viaSMS oder Internet kann der Kunde eine einzelne Ausgabe des Magazins zu sich nach Hause bestellen. Zum gleichen Preis wie am Kiosk.

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Die jeweils aktuelle „Economist“-Ausgabe soll am Tag nach der Bestellung beim Leser angeliefert werden. Eine weitergehende Abo-Verpflichtung wird nicht eingegangen. Laut „Guardian“ plant man beim „Economist“, künftig auch Bestellungen via Facebook und Twitter entgegenzunehmen. Der neue Service nennt sich „Economist Direct“. – „Wir glauben, Economist Direct bietet einen aufregenden neuen Marktansatz und einen fundamentalen Wandel, wie wir über Gelegenheitsleser denken“, sagte Isaac Showman, Marketing Manager beim „Economist“.

„Economist Direct“ steht vorerst nur in Großbritannien zur Verfügung. Der innovative neue Vertriebsweg könnte den Einzelverkauf des Magazins in seinem Heimatmarkt erneut pushen. Weltweit verkauften sich fast 1,4 Millionen Exemplare, davon 786.000 in den USA, 426.000 in Europa und 133.000 in Asien. In den vergangenen zehn Jahren hat die Zeitschrift ihre Auflage um fast 100 Prozent gesteigert, das US-Fachblatt „Adweek“ hat den „Economist“ auf Platz 1 seiner jährlichen „Hot List“ gesetzt. Und im abgelaufenen Geschäftsjahr verzeichnete der „Economist“ einen um 26 Prozent gestiegenen Vorsteuergewinn.

„The Economist“ als Insel der Seligen inmitten der großen Print-Krise? Nicht ganz. Dem gestiegenen Gewinn im vergangenen Geschäftsjahr war ein striktes Sparprogramm vorausgegangen und für das nun laufende Geschäftsjahr rechnet man auch beim „Economist“ mit deutlich sinkenden Erlösen. Trotzdem: Neue Ideen wie das Ein-Ausgaben-Abo kombiniert mit journalistischer Top-Qualität sind genau die richtigen Rezepte für die Krise.

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