Facebook kauft FriendFeed

Für 50 Millionen Dollar übernimmt Facebook das US-Start-up FriendFeed. Vorerst soll der Lifestreaming-Dienst unverändert weiterbestehen. Allerdings nur so lange, bis Facebook die „langfristigen Pläne“ definiert hat. Für das Social Network könnte der Kauf interessante neue technischen Perspektiven eröffnen. Für FriendFeed kommt die Übernahme einer Niederlage gleich. Denn vor rund einem Jahr galt das Start-up noch als der heißeste Web-Newcomer im Silicon Valley.

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Alle zwölf FriendFeed-Angestellten sollen zu Facebook wechseln. Das veranlasst Martin Weigert von Netzwertig.com zu der Vermutung, dass es dem Social Network „hauptsächlich um das Team und weniger um die Technologie“ gegangen sei. Darüber hinaus analysiert Weigert, dass sich der Lifestreaming-Anbieter „mit dem Dilemma konfrontiert“ sah, „vom harten Kern der Blog- und Twitter-Gemeinde geliebt, aber vom gemeinen Nutzer verschmäht zu werden.“

Tatsächlich ist das Gründer-Team eine fast schon schillernde Truppe: So stehen hinter FriendFeed die früheren Google-Angestellten Paul Buchheit, Sanjeev Singh, Bret Taylor und Jim Norris. Buchheit und Singh waren maßgeblich an der Entwicklung von Gmail beteiligt. Alle vier Programmierer zählen zur sogenannten Google-Mafia – einer Gruppe ehemaliger Mitarbeiter des Suchgiganten, die durch Aktienoptionen reich geworden sind und jetzt als Business Angels auftreten. Weitere „Mafia“-Mitglieder sind der Twitter-Investor Chris Sacca, Andrea Zurek oder Satya Patel mit seiner neuen Firma Battery Ventures. Neben FriendFeed engagierte sich Buchheit bereits bei Justin.tv, Zenter oder Mint.

FriendFeed selbst ist ein Lifestream-Aggregator– ein Service also, der besonders aktiven Surfern hilft, stets auf dem neusten Stand zu sein, indem er in Echtzeit anzeigt, was die Freunde in diversen Social Networks, Blogs oder Communitys gerade machen und von sich geben.

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