Microsoft verkauft Razorfish an Publicis

Eine der größten Agenturen für Online-Werbung wechselt den Besitzer: Microsoft reicht das erst 2007 erworbene Razorfish für einen Betrag weit jenseits von 500 Millionen Dollar an den französischen Werbekonzern Publicis weiter, der sich mit einer Serie von Akquisitionen zu einem führenden Internet-Player entwickelt. Nach wochenlangen Verhandlungen hatten mit WPP, Omnicom und Dentsu andere Größen der Werbewirtschaft das Nachsehen. Zusätzlich wird Publicis fünf Jahre auf Bing.com und anderen Microsoft-Seiten werben.

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In den Besitz von Razorfish kam Microsoft durch die Übernahme von aQuantive im Jahr 2007. Steve Ballmer kaufte die Online-Werbefirma als Reaktion auf Googles spektakuläre Akquisition von Double Click. Beobachter halten den Razorfish-Verkauf aus Sicht von Microsoft für vernünftig: Der Softwarekonzern zieht sich auf seine Kernkompetenzen zurück. „Die Technologie von aQuantive zu erwerben, hat Microsoft weitergebracht“, analysiert Ben Parr von Mashable.com, „aber eine Vermarktungsfirma zu besitzen, war nicht besonders sinnvoll.“

Nach Informationen des „Wall Street Journal“ hat Microsoft neben dem reinen Kaufpreis noch vereinbart, dass Publicis fünf Jahre lang Werbeschaltungen im dreistelligen Millionenwert auf Microsoft-Seiten abwickelt; speziell bei der neuen Suchmaschine Bing.com, die demnächst auch bei Yahoo eingesetzt wird. Da laut „WSJ“ der japanische Werbe-Riese Dentsu ein höheres Gebot abgab, muss die Zusatzvereinbarung den Ausschlag für Publicis gegeben haben.

„Der Kauf von Razorfish ist ein weiterer Schritt zu unserem Ziel eines Weltmarktführers in der digitalen Kommunikation“, erklärte Publicis-Vorstand Maurice Levy. Im Jahr 2007 hatte Publicis 1,6 Milliarden Dollar für den Internetmarketing-Spezialisten Digitas ausgegeben.

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