Anzeige

Hoffnung aus USA: Rezession geht zu Ende

Während Deutschlands Medienkonzerne von Hamburg über Gütersloh bis München zu den härtesten Sparprogrammen ihrer Geschichte greifen, kommt Hoffnung von der anderen Seite des Atlantiks. „The recession is over“, ist die Einschätzung vieler US-Experten. Einer der Profiteure dürfte die Medien-Industrie werden. Von den US-Tageszeitungen bis hin zu Webunternehmen wie AOL hört man plötzlich wieder optimistische Töne. Und es gibt ein neuen Zaubbegriff: „Real Time Web“.

Anzeige

Während Deutschlands Medienkonzerne von Hamburg über Gütersloh bis München zu den härtesten Sparprogrammen ihrer Geschichte greifen, kommt Hoffnung von der anderen Seite des Atlantiks. „The recession is over“, ist die Einschätzung vieler US-Experten. Einer der Profiteure dürfte die Medien-Industrie werden. Von den US-Tageszeitungen bis hin zu Webunternehmen wie AOL hört man plötzlich wieder optimistische Töne. Und es gibt ein neues Zauberwort: „Real Time Web“.

„What if in the end they got it right?“, fragte die New York Times am letzten Freitag und meinte die anfänglich so hart kritisierten Rettungs-Maßnahmen der Obama-Regierung und ihrer Protagonisten Timothy Geithner, Lawrence Summers und Ben Bernanke. Die Zeitung sieht klare Indikatoren für ein Rezessionsende und verweist auf die neuen Zahlen vom US-Arbeitsmarkt (die geringsten Verluste seit dem Lehmann Kollaps), die Stabilisierung des Finanzsektors und den überraschend Anstieg vom Aktienmarkt (50% Plus seit März). Fazit: „The recession is over“.

Auch die US-Medienunternehmen blicken längst nicht mehr so düster in die Zukunft wie noch vor einigen Monaten. Zwar hat Rupert Murdoch für das abgelaufene Quartal gerade einen Verlust von über 200 Mio Dollar verkündet, der vor allem durch Sonderabschreibungen im Internet-Sektor verursacht wurde, doch auch er geht davon aus, daß das Schlimmste wohl überstanden sei.

In der Tat gibt es für die Medien-Industrie eine Reihe von Indizien, die auf einen „Turnaround“ deuten. Und das betrifft sogar Branchen und Companies, deren Lage man vor kurzem eigentlich noch als hoffnungslos bezeichnet hat:
– So spricht z.B. eine neue Studie davon, daß das Werbegeschäft bei den Tageszeitungen in den nächsten Jahren wieder leicht etwas bergauf gehen könnte. Das Beratungsunternehmen Borrell Associates erwartet im nächsten Jahr ein Plus von 2,4%  und bis 2014 ein Plus von 8,7%. Das ist nicht berauschend viel, könnte aber das Überleben der einen oder anderen Zeitung ermöglichen
AOL macht neuerdings in erstaunlichen Optimismus und verkündet, „the world largest publisher of quality content“ werden zu wollen. Die Tochter-Company von TimeWarner, die in den letzten Jahren so geprügelt wurde wie weltweit kaum eine andere, setzt auf talentierte Journalisten aus dem Printlager und geht in die Offensive. Ähnliches hört man auch von Konkurrenten IAC. Die Barry Diller Company unterhält mit „The Daily Beast“ (www.thedailybeast.com) bereits eine magazinartige Website. Auch Diller will nun mehr Inhalte fürs Web produzieren. Journalisten werden es mit Freude hören.
– Von Murdoch bis zur Financial Times in London wollen Verleger im Internet mit einer Pay Wall experimentieren. Das Ergebnis wird sicherlich einige Ernüchterung bringen, könnte aber auch neue Erlösquellen erschließen. Unterm Strich ist das für die Medienindustrie sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung– überall entstehen neue Webprojekte. Besonders der Erfolg von „Hulu“ hat Begehrlichkeiten geweckt. So will Microsoft in England eine Hulu-Antwort geben. Und viele kleine Webunternehmer wie z.B. der Blogger Perez Hilton („I have built my brand on being a bitch“) expandieren. Viel spricht für eine Markt-Fragmentierung: während die Konzerne stagnieren, entstehen um sie herum viele kleinere Unternehmen.
– Das neue Zauberwort in Silicon Valley heißt „Real Time Web“. Auch wenn das Geschäftsmodell von Twitter & Co reichlich unklar ist, sehen Investoren plötzlich eine neue Internet-Revolution. „A new field of dreams for entrepreneurs and investors“ schreibt BusinessWeek. Mit dabei ist natürlich auch der legendäre „Angel-Investor“ Ron Conway, der schon bei Google den richtigen Riecher hatte. Und wie in den besten Jahren überschlagen sich die Erwartungen: so soll Twitter in ein paar Jahren wertvoller als Facebook werden.
Bei all den positiven Anzeigen ist es sicherlich geboten, nüchtern zu bleiben. Noch immer gibt es viele Fragezeichen, viele Konjunktive und vor allem viel Wunschdenken. Und nach wie vor überwiegen die negativen News.

Aber im US-Mediengeschäft ist ein bischen Optimismus zurückgekehrt. Und man kann davon ausgehen, daß er mit der üblichen 6monatigen Verspätung auch in Deutschland eintrifft.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige