Die Horst-Schlämmer- Sommerfestspiele

Die Horst-Schlämmer-Festspiele erreichten in dieser Woche mit der Pressekonferenz zum Film "Isch kandidiere" ihren vorläufigen Höhepunkt. Und dann wurde Schlämmer auch noch von "Körzi" in der "Bild" interviewt. Das zweite große Thema war der Twitter-Ausfall. Angeblich sollte ein georgischer Blogger mundtot gemacht werden. Twitter - immer bizarrer. Und noch was Positives: Das arte-Sommerspecial zu den 80er Jahren ist zwar schon zur Hälfte rum, bietet aber bestes Gebührenfernsehen zu später Stunde.

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Darf man eigentlich sagen, dass einen der unheimliche Erfolg der Figur Horst Schlämmer nervt? Fast alle finden den versoffen lallenden Lokalreporter witzig. Die Medien sind voll mit Horst Schlämmer. TV, Radio, Web, Magazine – überall der Schlämmer-Schnäuzer. Vorläufiger Tiefpunkt: Das doppelt unlustige Doppel-Interview von „Bild“-Gaga-Poet Norbert Körzdörfer mit Hape Kerkelung und Horst Schlämmer. Auszug:

„BILD: Die Wahl startet am 20. August im Kino: „Isch kandidiere!“
Schlämmer (lässt das Bier los und hebt die Hand zum Häschen-Victory-Zeichen): „Meine Fans stimmen im Kino ab! Wir ersetzen den aggressiven Bundesadler durch das Bundeshäschen. Unser Slogan: „Yes – weekend!“ Unser Programm: „Mehr von allem für alle!““ „Yes weekend!“ – Gibt es Menschen, die das witzig finden? Mal ganz abgesehen davon, dass Print-Interviews mit „lustigen“ Kunstfiguren nie komisch sind. Siehe das ellen-langweilige Interview, das „FAZ“-Herausgeber Frank Schirrmacher neulich mit Uwe Wöllner alias Christian Ulmen geführt
hat. Horst Schlämmer gab in dieser Woche eine Pressekonferenz vor der es kein Entkommen gab. In der Haupt-Nachrichtensendung des ZDF, im neuen virtuellen Studio, wird eine gefühlte Ewigkeit lange über Horst Schlämmer berichtet – warum? Ist das eine Nachricht? Die Schlämmer-Sommerfestspiele werden voraussichtlich um den 20. August, zum Start des Horst-Schlämmer-Films „Isch kandidiere“ ihren Höhepunkt erreichen. Hoffentlich lässt Hape Kerkeling seine schreckliche Kunstfigur dann ruhen.

Lange nicht gesehen: Fail Whale! Am Donnerstag wurde das liebste Spielzeug der Netzgemeinde, Twitter, dahingerafft. Schockschwerenot! Auch Facebook schwächelte, so dass man sich dort noch nicht einmal Ersatzbefriedigung verschaffen konnte. Was sollte der kommunikationswillige Netizen tun? SMS verschicken? An alle? Zum Glück ging Twitter nach wenigen Stunden wieder und es gab im Prinzip nur ein Thema: Der Twitter-Ausfall. Es handelte sich um eine so genannte Denial of Service Attacke von unbekannten Hackern. Und warum? Einige mutmaßten, damit solle der Twitter-Protest im Iran unterdrückt werden. Kokolores. Dann hieß es, die Hack-Attack habe dem georgischen Blogger „Cyxymu“ gegolten. Der sollte „mundtot“ gemacht werden. Mit einem Hacker-Angriff auf Twitter. Der Name des Blogger soll auf deutsch „Suchumi“ heißen, wie die Haupstadt Abchasiens. Das wiederum ist eine abtrünnige Provinz Georgiens am Schwarzen Meer. Könnte so ein Hacker nicht mal das Schlämmer-Gedöns im Internet abstellen – nur für eine Woche…bitte!

Abends arte eingeschaltet und wer ist denn das? Stefanie Tücking. Seit den 80ern, als sie die ARD-Musikvideoshow „Formel 1“ moderiert hat, habe ich die ja nicht mehr in der Glotze gesehen. Sie präsentiert das 80er-Sommerspecial auf arte mit Musikfilmen, Musikdokus und Konzertfilmen zu populären Künstlern aus diesem Jahrzehnt. Gerade gesendet wurden Porträts zu Peter Gabriel und Bryan Adams, bereits gezeigt wurde der Madonna-Film „Susan…verzweifelt gesucht“, es folgen noch Filme wie „Diva“, „Paris Texas“, Live-Konzerte wie Queen im Wembley-Stadion, „Stop making sense“ mit den Talking Heads und „101 – Depeche Mode“. Die 80er-Jahre Specials laufen noch bis zum 25. August jeweils dienstags und donnerstags Abend. Ein Spitzenprogramm, für das man ausnahmsweise gerne Gebühren zahlt. Nur mal wieder schade, dass es sogar bei arte im Nachtprogramm versteckt wird.

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