Cyber-Krieg? Attacke gegen Twitter

Eine "Denial of service"-Attacke (DoS) hat am Donnerstagabend den Microblogging-Dienst Twitter für etwa zwei Stunden so gut wie lahmgelegt. Auch andere soziale Netzwerke im Internet wie LiveJournal, Facebook und YouTube wurden durch den Angriff beeinträchtigt. Die Hintergründe erschienen zunächst rätselhaft, Medien und Web-Experten spekulieren wild durcheinander. Eine Spur führt nach Russland – zum russisch-georgischen Konflikt.

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Eine typische „DoS“-Attacke wird von sogenannten Bot-Netzen ausgeführt; einem Verbund durch Schadsoftware „gekaperter“ Netzrechner, die eine Website mit Anfragen oder Mails überfluten und damit lahmlegen. Das soll nach den Beobachtungen verschiedener Sicherheitsfirmen in diesem Fall aber nicht geschehen sein.
Bill Woodcock, ein Forscher von „Packet Clearing House“, sagte der „New York Times“, die Angriffe seien von Russland oder Georgien ausgegangen und hingen wahrscheinlich mit dem Konflikt beider Länder zusammen. Auch eine neue Variante des „Koobface“-Virus, verbreitet über Links bei Twitter und Facebook, wurde als Ursache erwogen.
Andere Experten nahmen Twitter selbst ins Visier. Stefan Tanase von Kaspersky Lab sagte, eigentlich hätten Sicherheitsmechanismen bei der angegriffenen Seite greifen müssen: „Leider hat Twitter eine lange Vorgeschichte von Sicherheitsproblemen. Die Firma ist auf diesem Gebiet nicht sehr reif.“
Auch Facebook und Google hatten am Donnerstag abend (europäischer Zeit) mit technischen Problemen zu kämpfen – bei Facebook könnten die Probleme aber dadurch entstanden sein, dass Millionen Nutzer von Twitter ins andere Netzwerk wechselten.
Die Branchenexperten von Mashable.com berichteten, alle großen Rivalen im Netzwerkbereich hätten sich informell zusammengetan, um dem möglichen „Cyber-Krieg“ auf den Grund zu gehen.

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