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P7S1 weiter im Griff der Werbekrise

Die hoch verschuldete Fernsehsendergruppe ProSiebenSat.1 hat im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erwartungsgemäß weniger verdient und erlöst als noch im Vorjahreszeitraum. Während die Umsätze um 9 Prozent nachgaben, brach der Konzerngewinn um rund 24 Prozent ein. Damit lag die Münchner Mediengruppe noch über den Erwartungen der Analysten. Die Aktie des MDax-Konzerns gab trotzdem nach – nicht zuletzt, weil Konzernchef Ebeling auch im zweiten Halbjahr schwierige Rahmenbedingungen erwartet.

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Kein Befreiungsschlag in München: Die ProSiebenSat.1 Media AG musste im ersten Halbjahr die erwarteten Einbußen in ihrer Geschäftsentwicklung hinnehmen. Nach 762,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum erlöste der im MDax gelistete Münchener Medienkonzern in den ersten sechs Monaten 2009 nun nur noch 694 Millionen Euro. Das entspricht einem Umsatzrückgang von 9 Prozent.

Noch deutlicher gaben die Gewinne nach: Unter dem Strich wies ProSiebenSat.1 ein Konzernergebnis von 45,9 Millionen Euro aus, nachdem im ersten Halbjahr 2008 noch 59,5 Millionen Euro erzielt worden waren. Das entspricht einem Gewinn je Aktie von 22 Cent nach 28 Cent im Vergleichszeitraum 2008. Der Konzerngewinn gab damit um 24 Prozent nach. Stabil konnte sich dagegen das EBIDTA vor Einmaleffekten mit 201 Millionen Euro halten (Vorjahr: 203,7 Millionen Euro).

Kostensenkungsprogramm: Rechtzeitig und angemessen auf das schwierige wirtschaftliche Umfeld reagiert

Um den herausfordernden konjunkturellen Rahmenbedingungen in Europa zu begegnen, hat ProSiebenSat.1 im laufenden Geschäftsjahr ein massives Kostensenkungsprogramm angestoßen. So wurde der Standort Berlin – mit Ausnahme von N24 und maz&more – größtenteils geschlossen und die dortigen TV-Aktivitäten der ProSiebenSat.1 Group in Deutschland nach München verlagert.

„Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass wir mit unserem Maßnahmen-Paket rechtzeitig und angemessen auf das schwierige wirtschaftliche Umfeld reagiert haben. Das wirkt sich jetzt positiv auf unsere Ertragssituation aus“, kommentiert Thomas Ebeling, Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media AG die Ergebnisse.

„Das Umfeld bleibt auch in der zweiten Jahreshälfte sehr schwierig“

Immerhin konnte der MDax-Konzern seine Verbindlichkeiten zum 30. Juni 2009 gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr um 7,1 Prozent oder 261,8 Millionen Euro abbauen. Die Netto-Finanzverschuldung ist jedoch weiter immens und betrug zum 30. Juni 2009 happige 3,427 Milliarden Euro.
 

„Aufgrund der nach wie vor rezessiven Wirtschaftslage in Europa und der damit verbundenen schwierigen Planung werden wir auch in Zukunft alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Ertragskraft der ProSiebenSat.1 Group zu sichern“, gab Ebeling die Parole für das zweite Halbjahr aus. Allerdings rechnet der frühere Novartis-Manager mit keiner schnellen Erholung.

„Das Umfeld bleibt auch in der zweiten Jahreshälfte sehr schwierig, zumal für unsere Jahresperformance vor allem das vierte Quartal 2009 ausschlaggebend ist“, erklärte Ebeling. Entsprechend gab die ProSiebenSat.1-Aktie zu Handelsstart knapp 7 Prozent auf 5 Euro nach.

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