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Murdoch: Paid Content ab 2010

Es waren zunächst keine schöne Botschaften, die Rupert Murdoch gestern im Conference Call zu den jüngsten Geschäftszahlen seines Medienimperiums News Corp. zu verkünden hatte: 203 Millionen Dollar im vergangenen Quartal verloren, wenn auch bedingt durch Wertberichtigungen. Die eigentliche Kernbotschaft für die darbende Medienbranche hatte Murdoch dann fast im Nebensatz parat: Sämtliche Nachrichtenangebote vom Nesw Corp. sollen Zukunft kostenpflichtig werden – in sehr naher Zukunft.

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Es ist eine klare Ansage: „Qualitätsjournalismus ist nicht billig“, macht Rupert Murdoch gestern klar. Das stimmt, wenn man auf die jüngste Bilanz seiner News Corporation blickt – 203 Millionen Dollar verlor News Corp. zwischen April und Juni, vor allem bedingt durch Abschreibungen auf die Internetsparte Fox Interactive, zu der auch MySpace gehört. Im Gesamtjahr verlor News wegen Wertberichtigungen gar 3,4 Milliarden Dollar.

Zeit also für eine Kurskorrektur! „Wir beabsichtigen, für alle unsere Nachrichten-Website künftig Geld zu verlangen“, erklärte der 78-jährige Medienmogul gestern im Conference Call. Und zwar bald: Bis zum nächsten Sommer sollen Nachrichtenangebote wie die britische „Times“, die „Sun“ und die „News of the World“ kostenpflichtig werden.
 

Murdoch hält Zeit für Paid Content gekommen
 
Das ist die Nachricht, auf die die verzweifelt nach Erlösmodellen suchende Medienbranche gewartet hat. Dass das Modell „Paid Content“ funktioniert, hat Rupert Murdoch selbst mit seiner bislang Prestige-trächstigsten Akquisition vorgemacht: Das 2007 übernommene „Wall Street Journal“ blieb trotz ursprünglich anderer Pläne für Abonnenten beschränkt – und wurde trotzdem zum wirtschaftlichen Erfolg.

Vor allem auf die britische BBC dürfte Murdoch mit seiner Bezahl-Inhalte-Offensive abzielen, die alle Nachrichten kostenlos anbieten. „Aber unser Ziel ist es zu gewinnen“, ließ Murdoch an seinen Absichten keinen Zweifel.
 
Das gilt auch für einen anderen Infight, den der Medientycoon zu suchen scheint – den Showdown mit Amazon. Mit einem eigenen E-Reader sei zwar nicht zu rechnen, erklärte Murdoch. Doch wen er bevorzuge, machte der News Corp.-Chairman sehr deutlich: Sony Reader. Man befinde sich hier in Gesprächen über die Distribution von Inhalten.

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