„Kampf gegen den Einheitsbrei“

Bauer spendiert seinem Yellow-Weekly "Das Neue Blatt" eine Frischzellenkur. Das redaktionelle Angebot wird erweitert. Mit der am Donnerstag erscheinenden 33. Ausgabe wächst der Heftumfang um acht Seiten. Schwerpunkt sind Ratgeber- und Service-Themen. MEEDIA sprach mit Chefredakteurin Petra Hansen-Blank und Verlagsgeschäftsführer unterhaltende Frauenzeitschriften Ingo Klinge. "Wir gehen gegen den Einheitsbrei an", erklärt Hansen-Blank. Das Hauptangebot bleibe aber die Adels- oder Showgeschichte.

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Was haben Sie alles bei „Das Neue Blatt“ erneuert?
Hansen-Blank: Wir haben das redaktionelle Angebot erweitert und damit die Heftstruktur dezent verändert. Auf acht zusätzlichen Seiten bieten wir künftig interessante Ratgeber-Themen für unsere Zielgruppe. Zudem haben wir das Cover übersichtlicher und frischer gestaltet. Neben dem bewährten Promi-Aufmacher gibt es eine entsprechende Ratgeber-Übersicht mit den wichtigsten Themen der Woche.

Inwiefern wird Ihre Zielgruppe von dem Relaunch profitieren?
Hansen-Blank: Wir wollen unseren Leserinnen der Generation 50 + im Zuge der zunehmenden Reizüberflutung eine Orientierung bieten. Mit Experten-Tipps und Qualitätsjournalismus wollen wir konkrete Hilfestellungen anbieten. Uns geht es darum, gegen den Einheitsbrei in der unterhaltenden Frauenpresse anzugehen und etwas völlig Neues zu etablieren. Daher setzen wir künftig auch noch stärker auf Interaktion mit den Leserinnen.
 
Wie sieht diese Interaktion aus?
Hansen-Blank: Zum einen führen wir eine Heft-Community ein, das heißt, dass unsere Leserinnen sich auf einer eigens dafür geschaffenen Seite untereinander austauschen können. Zudem sind fast alle Artikel, insbesondere die Ratgeber-Beiträge unserer Experten mit E-Mail-Adressen der Autoren versehen. Damit wollen wir den Bedürfnissen unserer Leserinnen eine Stimme geben. Das ist ein Novum, das es so noch nicht auf dem Markt gibt. Natürlich ist uns auch das Risiko bei dieser Offensive bewusst.
 
Ingo Klinge: Unsere Qualitätsoffensive bedeutet für uns eine klare Service-Ausrichtung. Bei „Das Neue Blatt“ kriegt man deutlich mehr als die üblichen Klatsch-und-Tratsch-Geschichten. Im Heft nehmen Service-Themen über 40 Seiten ein.

Ist „Das Neue Blatt“ dann überhaupt noch ein richtiges Yellow?
Hansen-Blank: Ja natürlich. Wir haben zwar die Heftstruktur etwas verändert. Unser Hauptangebot bleibt aber nach wie vor die gut recherchierte Adels- oder Showgeschichte. Damit erreichen wir die Herzen unserer Leserinnen. Wir sind ein echter Service-Titel, aber in erster Linie natürlich ein Yellow, der über die Promi-Coverthemen die Leserin anspricht. Die Service-Themen bilden die Wohlfühlbasis, auf der wir auf die alltäglichen Bedürfnisse unserer Leserinnen eingehen.
 
Das bedeutet doch einen erheblichen Mehraufwand. Wie fangen Sie den in der Redaktion auf?
Hansen-Blank: Die Redaktion stemmt diese Aufgabe aus eigener Kraft. Unterstützt werden wir dabei nach wie vor von bekannten Experten, etwa von Vox-Tierarzt Dr. Wolf oder dem Gesundheitsexperten Prof. Bankhofer. Damit schaffen wir ein zusätzliches Vertrauen unserer Leserinnen.
 
Und wie wollen Sie bei einer solchen Zusatzbelastung die journalistische Qualität gewährleisten?
Klinge: Natürlich nutzen wir auch Synergien. Dazu haben wir Anfang des Jahres eine Pool-Redaktion Service für die drei Zeitschriften „Das Neue“, „Das Neue Blatt“ und „Neue Post“ eingeführt. Diese beliefert die drei Titel mit Service-Inhalten, die aber von Titel zu Titel unterschiedlich ins Heft integriert werden. Wir wollen das Heft im Premium-Segment weiter kräftigen, hier punkten wir ganz bewusst mit dem Zusatz an Qualität.

Hansen-Blank: Bei uns werden kaum Agentur-Texte eingekauft. Höchstens internationale Geschichten. Eine Brad-Pitt-Story lässt sich eben kaum hier in Deutschland entwickeln, dazu ist der Gute zu selten hier. Aber grundsätzlich wollen wir mit eigenen Geschichten unsere Leserinnen binden, haben eigene Fotografen, reisen zu den Prominenten und sprechen persönlich mit ihnen.
 
Wie läuft es mit dem Anzeigengeschäft?
Klinge:  Auch wir können uns der aktuellen Krise nicht gänzlich entziehen. Aber unser vorrangiges Erlösmodell ist der Kiosk-Verkauf, vor dem Verkauf von Werbung.

In den letzten zwölf Monaten ging der Einzelverkauf nach IVW-Angaben abermals um sechs Prozent zurück und liegt jetzt bei nur noch 465.853 Exemplaren.
Klinge: Das ist richtig, aber damit spielen wir immer noch in der oberen Top-Liga und gehören zu den beständigen Größen im Segment.

Sind neue Vermarktungskonzepte geplant?
Klinge: Wir denken im Augenblick über eine gemeinsame Mobilfunk-Vermarktung der Zeitschriften „Das Neue“, „Das Neue Blatt“ und „Neue Post“ nach. Wir haben dazu auch bereits erste Gespräche mit potenziellen Partnern geführt.

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