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„Und wer schützt die Journalisten?“

Unter dieser Überschrift hat sich DJV-Chef Michael Konken in der "FAZ" in die Debatte um "Leistungsschutzrechte" der Urheber gegenüber Inhalte-Verwertern im Internet eingeschaltet. Während Verleger Hubert Burda an gleicher Stelle eine "schleichende Enteignung der Verlage" – vor allem durch Google – beklagt hatte, nimmt Konken die Verlage selbst in den Blick. Es geht um ihre Vergütungen für Freie: Für Autoren und Fotografen sei das Thema "eine Existenzfrage".

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In seiner jüngsten Wortmeldung zum Themenkomplex hatte Konken Mitte Juli wenig schlüssig eine „konzertierte Aktion“ von Verlegern und Politikern gegen Google verlangt und damit zornige Proteste sowie Zweifel an der Kompetenz des DJV hervorgerufen. Der aktuelle Beitrag wirkt indes durchdacht und – nach der Vorgeschichte wahrscheinlich – auch abgestimmt.
Konken macht sich besonders zum Anwalt freier Journalisten, die – nach DJV-Erkenntnissen – nur zu zehn Prozent für eine Online-Nutzung ihrer Print-Beiträge überhaupt vergütet werden; der offensichtliche Trend geht vielmehr dahin, dass Autoren und Fotografen alle Rechte pauschal an den Verlag abtreten sollen. Konken: „Wer als freier Journalist deswegen gegen seinen Auftraggeber vorgeht, riskiert wegen mangelnden Arbeitsrechtsschutzes die kalte Kündigung, die in Auftragsverweigerung in der Zukunft besteht.“ Mit einigem Recht argumentiert der Gewerkschafter, die Verleger müssten erst einmal ihre Vergütungen an Urheber angemessen regeln, „bevor die unerlaubten Nutzungen Dritter lautstark angeprangert werden“.
Für weitere Diskussionen in Netz-Kreisen könnte aber Konkens folgende Überleitung sorgen. Im Wortlaut: „Sind schon die Verlage oft keine Engel, so gilt dies erst recht für weitere Akteure im Internet. Zahllose Internetseiten, Foren, soziale Netzwerke, wo Beiträge und Fotos freier Journalisten zu finden sind, scheren sich nicht um das Urheberrecht.“ Allerdings nimmt Konken das journalistische Zitieren und Verlinken ausdrücklich von seiner Forderung nach gesetzlichen und vertraglichen Regelungen aus. 
Am Ende kehrt Michael Konken doch wieder zum Reiz-Thema Google zurück und findet es „überraschend, wie wenig seitens der Verlage an Kartellbehörden gedacht wird, wenn es um Google geht“. Das Projekt der Google-Buchsuche zeige, dass es „auch um Fragen der Konzentration von Medien geht“. Konkens etwas gönnerhaftes Schlussowrt: „Verhandlungen mit Google sind deswegen nicht ausgeschlossen.“

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