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Vanityfair.de: Eine Marke spart sich langsam in die Bedeutungslosigkeit

Es ist eine der wohl spannendsten Online-Erkenntnisse des Jahres: Abgetakelte Offline-Marken, können im Internet vital und erfolgreich weiterleben. Gute Beispiele – aus der Medienbrache – liefern beispielsweise „Brigitte Young Miss“ oder Vanityfair.de. Bei letzteren muss man allerdings wohl sagen, dass die Web-Herrlichkeit wohl bald vorbei ist. Denn nach einem Bericht von Horizont.netVanityfair.de/miki speckt „Vanity Fair“ […]

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Es ist eine der wohl spannendsten Online-Erkenntnisse des Jahres: Abgetakelte Offline-Marken, können im Internet vital und erfolgreich weiterleben. Gute Beispiele – aus der Medienbrache – liefern beispielsweise „Brigitte Young Miss“ oder Vanityfair.de. Bei letzteren muss man allerdings wohl sagen, dass die Web-Herrlichkeit wohl bald vorbei ist. Denn nach einem Bericht von Horizont.netVanityfair.de/miki speckt „Vanity Fair“ sein Online-Angebot deutlich ab. „Statt der heutigen Mischung aus redaktionellen Beiträgen, Videos und Fotostrecken, gibt es künftig unter vor allem Fotos mit knappen Bildunterschriften.“
Aus Markensicht ein möglicherweise unverzeihlicher Schritt. Denn nach der Einstellung des Papier-Magazins hielt sich die Seite – zumindest bei den Visits ordentlich. Als Condé Nast das Print-Heft im Februar einstellte, verzeichnete die Seite 295.248 Visits und 3,5 Millionen Page Impressions. Bis zum Mai brachen die Klicks auf 2,3 Millionen ein. Die Visits konnten mit 267.074 ihr Niveau annähernd halten.
Aber jetzt heißt es, dass es den Verlagsmanagern nicht gelang ein tragfähiges Konzept zur Fortführung des Portals zu entwickeln. „Das hätte einen umfangreichen Relaunch und Investitionen erfordert, die in der aktuellen Marktsituation nicht sinnvoll erschienen“, zitiert Horizont.net eine nicht weiter benannte Verlagsquelle.
Möglicherweise verspielen die Münchner eine Chance, die die Hamburger von Gruner + Jahr bereits eindrucksvoll zu nutzen verstanden. Mit bym.de liefert sie den Beweis, dass der Schritt hin zu Online-Only durchaus funktionieren kann. Bereits Mitte 2006 entschied sich G+J den jungen Brigitte-Ableger als Print-Produkt sterben zu lassen. Unter der URL bym.de erreichte die Webseite zum Zeitpunkt der Einstellung acht Millionen Page Impressions. Im Dezember 2008 hatte sich die Zahl auf 11,2 Millionen gesteigert. Aktuellere Daten gibt es nicht, da Bym.de mittlerweile zusammen mit Brigitte.de ausgewiesen wird.
Fakt ist allerdings auch, dass sich Vanityfair.de, mit einer Leserschaft zwischen 200.000 und 300.000 Visits, definitiv nicht finanzieren lässt. Eine Basis von rund 250.000 aktiven Visits ist jedoch ein denkbar günstiger Ausgangspunkt um Schritt für Schritt zu expandieren. Mit ein wenig mehr Mut, hätte die Webseite die Chance gehabt zu einer kleinen modernen Web-Erfolgsgeschichte zu werden. So wird Vanityfair.de allerdings in die Bedeutungslosigkeit gespart.

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