Werbemarkt: kein Aufschwung in Sicht

Auch der Juli hat der Publikumszeitschriftenbranche keinen Auftrieb im Anzeigenverkauf beschert. Laut der am Freitag veröffentlichten Zahlen der Zentralen Anzeigenstatistik (ZAS) des VDZ wurden bei den ausgewerteten über 400 Titeln in den ersten sieben Monaten des Jahres 2009 rund 16,6% weniger Anzeigen gedruckt als im Vorjahreszeitraum. Größte Verlierer blieben dabei die Wochenmagazine "Focus", "stern", "Wirtschaftswoche" und "Spiegel", Gewinner gibt es nur wenige.

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Nach Ablauf des Monats Juni lag das Minus der Branche laut ZAS noch bei 16,8%. Die Verbesserung um 0,2 Prozentpünktchen kann wohl leider keineswegs als Aufschwung bezeichnet werden. Bereinigt um die Fluktation mit neuen und eingestellten Titeln fällt das ZAS-Minus sogar noch ein wenig größer aus. Die größten Verlierer sind nach absoluten Anzeigenzahlen weiterhin die großen Wochenmagazine. „Focus“, „stern“, „Wirtschaftswoche“ und „Spiegel“ verloren allesamt zwischen 28,1% und 33,9%. „stern“ und „Spiegel“ ein bisschen weniger, „Focus“ und „Wiwo“ ein bisschen mehr. Prozentual gesehen fällt das Minus in der Verlierer-Top-Ten vor allem bei „Chip“ und dem „Manager Magazin“ besonders deutlich aus. Ihnen gingen 40,5% bzw. 38,0% der Anzeigenumfänge aus dem Vorjahr verloren.

Abseits der Verlierer-Top-Ten sieht es zudem u.a. für „Chip Test & Kauf“ (-55,2%), „Euro am Sonntag“ (-46,2%) und den Montags-„kicker“ (-40,5%) düster aus. Etwas besser lief es im Juli für einige Frauen-affine Titel. So konnte u.a. die „Bunte“ ihre Minuswerte etwas verbessern. „Elle“ verließ die Verlierer-Top-Ten sogar.

Auch bei den Gewinnern der ZAS befinden sich viele Frauenzeitschriften auf den vorderen Plätzen: „Bella“, „Petra“, „Das Neue“, „Maxi“, „Frau im Spiegel“ – alle gewannen recht deutlich hinzu. Allerdings: Die absoluten Umfänge liegen dabei allesamt nur um die 50-Seiten-Marke. Größter Gewinner bleibt „TV Klar“ mit einem Anzeiegnplus von 76,48 Seiten, gefolgt von „Bella“ und der „rtv Ausgabe Ost“:

Das die wenigen Gewinner – das Verhältnis zu den Verlierern beträgt etwa 1:3 – vornehmlich Titel sind, die nicht zu den ganz großen Umsatzbringen gehören, zeigt auch der Blick auf unsere Liste der 20 wichtigsten Titel. Hier listen wir diejenigen 20 Zeitschriften auf, die laut Nielsen Media Research derzeit die 20 größten Anzeigenumsatzbringer des Marktes sind. Ein Blick auf diese Liste zeigt also, wie schwer es die Branche derzeit tatsächlich hat. Und wie auch im Juni ist das Bild sehr trostlos. Keins der 20 Magazine konnte zulegen. Am wenigsten schlecht erging es dabei noch der „Bild am Sonntag“, der „Bild der Frau“ und der „Für Sie“, denen immerhin weniger als 10% der Anzeigenumfänge verloren gingen:

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