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DJV fürchtet neuen massiven Stellenabbau

Erneut gibt es dicke Luft bei der WAZ in Nordrhein-Westfalen. Diesmal rückt der Standort des Westdeutschen Zeitschriftenverlags in Düsseldorf in den Mittelpunkt des Interesses. Der Deutsche Journalistenverband fürchtet, dass die WAZ Gruppe die Zeitschriften "Echo der Frau", "Neue Welt", "Das Goldene Blatt" und "Frau Aktuell" von Düsseldorf nach Ismaning bei München verlegt. Dem Umzug könnten laut DJV rund 100 Arbeitsplätze zum Opfer fallen. In Ismaning hat die WAZ bereits zahlreiche Zeitschriftentitel.

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In Ismaning sitzen unter anderem die Programmzeitschrift „Gong“, „die aktuelle“, zahlreiche Tier- und Rätselmagazine sowie die von Gruner + Jahr übernommene People-Zeitschrift „Frau im Spiegel“. Diese gehört bereits zum Westdeutschen Zeitschriftenverlag, wurde aber seit der Übernahme von G+J schon in Ismaning produziert. Der Verlag bei München ist der bedeutend größere WAZ-Standort. In Düsseldorf arbeiten, Redaktion und Verlag zusammengerechnet, nur rund 100 Mitarbeiter. Das bedeutet, die Journalisten-Gewerkschaft fürchtet den Verlust aller Arbeitsplätze des WZV in Düsseldorf.

Über einen Umzug der Zeitschriften wurde bereits im April spekuliert. Damals wurde bekannt, dass ein neur Standort für den WZV gesucht wird. „Wir müssen das bisherige Gebäude in der Adlerstraße verlassen, weil es sanierungsbedürftig ist“, sagte WAZ-Sprecher Paul Binder in diesem Zusammenhang zu MEEDIA. Allerdings hieß es, ein Umzug innerhalb Düsseldorfs stehe auch zur Debatte.

Offiziell hat sich an der Sprachregelung nichts geändert. Binder zu MEEDIA: „Neben dem Verbleib am Standort Düsseldorf wird auch der Umzug nach Ismaning/München, wo weitere Frauentitel der WAZ-Mediengruppe herausgegeben werden, geprüft. Eine Entscheidung wird nach eingehender Prüfung und Beratung mit den Gremien der Gesellschaft und denen der Arbeitnehmervertreter bekannt gegeben werden.“

Beim DJV wird indes nicht mehr damit gerechnet, dass ein Verbleib in Düsseldorf noch ernsthaft geprüft wird. Mitarbeiter mutmaßen hinter vorgehaltener Hand schon länger, dass ein Umzug nach Ismaning von Anfang an das eigentliche Ziel war. Der DJV appelliert nun an die WAZ-Geschäftsführung, die vier Magazine in Nordrhein-Westfalen zu lassen. „NRW kann nicht noch einen weiteren solchen Aderlass vertragen. Innerhalb eines Jahres musste die Branche bereits den Verlust von mehreren hundert Arbeitsplätzen hinnehmen“, sagte der Landesvorsitzendes des DJV-NRW, Helmut Dahlmann. Gemeint ist damit das Spar-Programm, das die WAZ-Gruppe bei ihren Zeitungen in Nordrhein-Westfalen durchzieht. Dort wurden und werden allein in den Redaktionen 300 Stellen abgebaut.

Viel helfen werden die Appelle nicht. Eine Konzentration der Magazin-Titel an einem Standort ergibt aus unternehmerischer Sicht sogar Sinn. Zumal die Frauenzeitschriften des WZV eine ältere Zielgruppe ansprechen und deren Auflage beständig sinkt und weiter sinken dürfte. Am Freitag will die WAZ die Mitarbeiter in Düsseldorf auf einer Betriebsversammlung informieren.

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