Microsoft und Yahoo einigen sich

Der erwartete Deal zwischen Microsoft und Yahoo ist perfekt. Microsofts Suchmaschine Bing soll mindestens für die nächsten zehn Jahre die Suche bei Yahoo übernehmen. Yahoo wird im Gegenzug sämtliche Online-Angebote von Microsoft vermarkten und dafür an den Gewinnen beteiligt. Die Kartellbehörden müssen dem Deal noch zustimmen. Die beiden Unternehmen hoffen auf diese Weise, die Online-Übermacht von Google in die Schranken zu weisen.

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Um die Wettbewerbshüter milde zu stimmen betonen Microsoft und Yahoo, dass sich die geplante Kooperation ausschließlich auch die Internetsuche beschränkt. In anderen Geschäftsfeldern, wie zum Beispiel E-Mail-Diensten, befänden sich beide Unternehmen weiterhin im Wettbewerb.

Das Abkommen war eine schwere Geburt. 2008 herrschte ein wahres Duell um die Übernahme von Yahoo durch Microsoft. Der Software-Konzern war schließlich bereit, einen Kaufpreis von 47,5 Milliarden Dollar zu zahlen. Doch nach monatelangem Widerstand der Yahoo-Führung um dessen damaligen Chef Jerry Yang und zum größten Verdruss seines Großaktionärs Carl Icahn platzte der Deal.

Nach monatelanger Funkstille kam in diesem Jahr wieder Bewegung in die Verhandlungen. Im April trafen sich Microsoft-CEO Steve Ballmer und die neue Yahoo-Chefin Carol Bartz zu einem ersten Gespräch. Bei dem Treffen ging es allerdings nicht mehr um eine Übernahme, sondern um eine Kooperation im Such- und Anzeigengeschäft.

Die nun ausgehandelte Kooperation scheint vor allem für das Internet-Unternehmen äußerst vorteilhaft. Yahoo wird zumindest für die nächsten zehn Jahre Microsofts neue Suchmaschine Bing einsetzen. Dafür erhält das Unternehmen in den ersten fünf Jahren 88 Prozent der Einnahmen aus dem Suchanzeigengeschäft auf seinen Internetsites und kann Anzeigen auf einigen Microsoft-Sites verkaufen. Im Gegenzug übernimmt Yahoo die Vermarktung aller Online-Angebote von Microsoft.

Mit der Kooperation steigt Microsoft zur Suchmaschine Nummer zwei nach Google auf. In den USA liegt der Marktanteil von Bing nun bei rund 30 Prozent nach Google mit 65 Prozent.
Microsoft-CEO Steve Ballmer sagte: „Mit dem Abkommen mit Yahoo schaffen wir nicht nur mehr Innovationen bei der Suche, sondern auch Mehrwert für Anzeigenkunden und eine echte Verbraucherwahl in einem Markt, der zur Zeit von einer einzigen Firma dominiert wird.“

„Dieses Abkommen ist sowohl für Yahoo als auch die Nutzer und die Industrie von unschätzbarem Wert“, erklärte Carol Bartz, CEO von Yahoo. „Ich glaube, es schafft das Fundament für eine neue Ära der Innovation und Entwicklung im Internet.“

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