Deutsche Medien retten die SPD

Oder so ähnlich. Das Sommerloch hat die Republik im eisernen Griff und da ist es kein Wunder, dass sich die Medien wie eine Meute ausgehungerter Wölfe auf Gesundheitsministerin Ulla Schmidt und ihre Dienstwagen-Affäre stürzten. Aber, oh Wunder, jetzt ist das Auto plötzlich wieder da! Die gemeinen Auto-Diebe haben die Mercedes-Luxuslimousine (wahrscheinlich eine gepanzerte S-Klasse) wieder […]

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Oder so ähnlich. Das Sommerloch hat die Republik im eisernen Griff und da ist es kein Wunder, dass sich die Medien wie eine Meute ausgehungerter Wölfe auf Gesundheitsministerin Ulla Schmidt und ihre Dienstwagen-Affäre stürzten. Aber, oh Wunder, jetzt ist das Auto plötzlich wieder da! Die gemeinen Auto-Diebe haben die Mercedes-Luxuslimousine (wahrscheinlich eine gepanzerte S-Klasse) wieder in Alicante abgestellt. Tagesspiegel.de findet sogleich den einzig möglichen Spin an der Story: „Die Diebe der Mercedes-Luxuslimousine hätten offensichtlich wegen der erhöhten Aufmerksamkeit das Interesse an dem Wagen verloren, hieß es.“ Irre! Die Diebe haben also das Auto zurückgegeben, weil sie angesichts der deutschen Qualitäts-Medien-Kampagne einfach die Nerven verloren. Aufmerksamkeit ist offenbar nicht nur eine Währung (Georg Franck), sondern auch eine scharfe Waffe im Kampf gegen internationalen Autodiebstahl.

Man könnte die Geschichte jetzt vielleicht so weiterdrehen, dass die Medien durch die gnadenlose Berichterstattung nicht nur die Autodiebe zum aufgeben genötigt haben, sondern auch noch die SPD retten. Und damit wäre der halsbrecherisch konstruierte Zusammenhang zur zugegebenermaßen „übergeigten“ (Copyright: Kai Diekmann) Überschrift dieses Blog-Postings hergestellt: Weil deutsche Medien die Autodiebe von Alicante zur Aufgabe zwangen, ist das Dienstauto der Ulla Schmidt wieder da, ergo das Thema erledigt, ergo die SPD gerettet. Angesichts der tagelangen Negativ-PR wegen Auto-Ulla, dürfte das Wahlkampf-Team der Genossen ohnehin kurz vor der kollektiven Entleibung gestanden haben.

Jetzt also: aufatmen und Krummdolche beiseite legen. Das Auto ist wieder da. Die darbenden Printmedien haben als Bonbon für ihren Einsatz noch ein paar gewitzte Anzeigen aus dem Hause Sixt abbekommen (das Foto stammt aus Thomas Knüwers Blog). Und die SPD darf sich wieder auf ihren so genannten Wahlkampf konzentrieren. Falls es dann im Herbst nix wird mit Kanzler Frank ‚N‘ Steinmeier hat man mit Auto-Ulla auch schon einen prima Sündenbock.

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