Viacom verdient 32 Prozent weniger

Kein Ende der Krise bei Viacom: Der US-Medienkonzern, zu dem u.a. die Fernsehsender MTV und BET und die Filmproduktionsstudios Paramount und Dreamworks Pictures gehören, musste auch im abgelaufenen Quartal deutliche Gewinneinbußen verkraften. Fast ein Drittel weniger verdiente Viacom zwischen April und Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, während die Umsätze trotz der Hollywood-Blockbuster "Transformers" und "Star Trek"um 14 Prozent nachgaben. Der Ergebnis- und Erlösrückgang war indes erwartet worden.

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Sumner Redstone ist bekanntermaßen ein Mann der starken Worte. Auf dem Höhepunkt der Finanzmarktkrise im Winter erklärte der knorrige 85-jährige Viacom-Chairman erstaunten Analysten in ungewohnter Deutlichkeit seine Sicht der Dinge: „Ohne jede Frage befinden wir uns im ausgeprägtesten Abschwung seit mindestens einer Generation. Wahrscheinlich bin ich hier sogar der Einzige, der sich an schlimmere Zeiten erinnern kann. Viacoms Ergebnisse, wie die fast jeden Unternehmen auf dem Erdball, reflektieren die harten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.“

Das war vor genau sechs Monaten. Ein Vierteljahr später waren von Redstone dann schon wieder optimistische Töne zu hören: „Ich glaube, wir stehen am Beginn eines neuen Bullenmarktes“, rief der alternde Medienmogul den Anbruch einer neuen Aufschwungphase an der Börse aus. „Wenn ein Bullenmarkt beginnt, zieht die Wirtschaft neun Monate später nach.“


Nur leichter Abschwung des Abwärtstrends – fast ein Drittel weniger Gewinn

Was die Einschätzung der Aktienmärkte angeht, kann Redstone keiner widersprechen – die Börse befindet sich seit Monaten im Hausse-Status. Allein: In der realen Wirtschaft ist von einer Erholung noch nichts zu spüren.

Das reflektieren nicht zuletzt die jüngsten Quartalsergebnisse des wankenden US-Medienriesen. Nach Einbrüchen von 70 Prozent und 37 Prozent in den Vorquartalen gaben die Gewinne im Dreimonatszeitraum April bis Juni nunmehr um 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach. Die Abwärtsdynamik schwächt sich damit moderat ab, der Aderlass ist indes weiter immens.

Wall Street nimmt Ergebnisrückgang gelassen auf – Aktie steigt

Nach 407 Millionen Dollar im Vergleichszeitraum 2008 verdiente Viacom nunmehr 277 Millionen Dollar oder 46 Cents je Aktie. Damit lag der US-Medienriese aber immer noch leicht über den Konsensschätzungen der Wall Street: Die von Thomson Reuters befragten Analysten hatten nämlich mit nur 45 Cent je Anteilsschein gerechnet.

Bei den Umsätzen blieb Viacom indes unter den Erwartungen zurück: Statt der prognostizierten 3,5 Milliarden Dollar erlöste das in New York ansässige Medienkonglomerat 3,3 Milliarden Dollar. Trotzdem regierte die Wall Street freundlich auf die jüngste Bilanz: Zum Handelsstart legte die Viacom-Aktie um drei Prozent auf 26,50 Dollar zu. Seit Jahresbeginn kann sich Chairman Sumner Redstone, der zugleich größter Aktionär des Konzerns ist, über ein staatliches Plus von 30 Prozent freuen.

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