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US-Blog Gawker mit 45% Werbeplus

Das dürfte eine der Überraschungen des Jahres sein: Das Blog-Network Gawker hat im ersten Halbjahr ein Werbe-Plus von 45% verzeichnet. Und das, obwohl Gawker-Chef Nick Denton im letzten Herbst vorhergesagt hatte, Medien-Companies sollten sich 2009 auf ein Rückgang von 40% vorbereiten. Darauf hatte Denton kräftig seine Kosten gesenkt, Blogs verkauft und Mitarbeiter entlassen. Die Folge: Gawker Media ist heute so profitabel wie nie zuvor!

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Das dürfte eine der Überraschungen des Jahres sein: Das Blog-Network Gawker hat im ersten Halbjahr ein Werbe-Plus von 45% verzeichnet. Und das, obwohl Gawker-Chef Nick Denton im letzten Herbst vorhergesagt hatte, Medien-Companies sollten sich 2009 auf ein Rückgang von 40% vorbereiten. Darauf hatte Denton kräftig seine Kosten gesenkt, Blogs verkauft und Mitarbeiter entlassen. Die Folge: Gawker Media ist heute so profitabel wie nie zuvor!

„I’d rather be wrong and thriving than right and dead“, schrieb Denton gestern in seinem Blog-Eintrag. Und wies darauf hin, dass der Werberückgang 2009 in der Tat erschreckend gewesen sei. Web-Companies wie Yahoo und IAC, aber auch die Zeitungen hätten dramatisch verloren. Nur eben das Gawker Network nicht, seine Blogs lägen gegen den Branchentrend deutlich im Plus.

Vor einigen Wochen hatte man schon gerüchteweise gehört, Gawker sei mit 35% im Plus. Nun gibt Denton offiziell bekannt, dass es sogar 45% sind. Und veröffentlichte folgende Chart über die Erlös- und Kostenstruktur von Gawker Media:

Als Grund für das deutliche Werbeplus sehen Beoabachter in New York vor allem drei Faktoren:

Denton stellt neben die Suchergebnisse auf seiner Seite jetzt auch Google Ads.

Man kann bei Gawker inzwischen „Sponsored Posts“ buchen, also bezahlte Einträge und das Blog-Network bietet Werbekunden mittlerweile größere Anzeigenfläche an, sog. „expanded leaderboards“ (728 Pixel breit) oder „Marquee“-Formate mit 1000 Pixel Breite.

Denton: „High-end sites need to run bigger and richer ads – the same way glossy magazines run gorgeous spreads.“

Gawker Media gibt zur Zeit neun Blogs heraus. Vor einem Jahr waren es noch 15, aber dann hatte sich Denton aus Furcht vor der Rezession auf seine am schnellsten wachsenden Titel konzentriert und Titel verkauft, bzw. zusammengelegt. Als geschickten Schachzug entpuppte sich das Aufgehen vom Silicon Valley-Blog „Valleywag“ und der Hollywood-Gossip Site „Defamer“ in „Gawker“.

Gawker würde man in deutsch etwa als einen „dummen Glotzer“ übersetzen. Es ist ein mit spitzer Feder geschriebener Medien- und Promi-Blog, den der „Spiegel“ mal ein „Stachel im Fleisch des Establishment“ genannt hat. Gawker würd zeigen, „das aus subversivem Herumtippen ein Geschäft werden kann“.

Denton gilt als eine der schillerndsten Figuren am US-Medienhimmel. Der ehemalige Reporter der „Financial Times“ hatte vor seinem Start von Gawker Media schon zwei Webunternehmen erfolgreich verkauft und dabei mehr als 100 Millionen Dollar Kasse gemacht.

Parallel veröffentlichte Denton auch Quantcast-Zahlen für sein Blog-Network. Danach erreicht Gawker zur Zeit 6,1 Mio Leute weltweit, in den USA sind es 5,4 Mio. Die Site wächst jährlich um rund 2 Mio. Dentons größte Site bleibt Gizmodo, die weltweit auf fast 15 Mio Visitors kommt, davon in den USA 10,7 Mio.

Nach diesen Zahlen gilt Gawker Media in den USA jetzt als „lean money-making machine“ und man spekuliert darüber, ob das Denton Imperium im nächsten Jahr vielleicht sogar einen Börsengang wagen wird.

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