„FAZ“ fällt auf falschen Harald Schmidt rein

Peinliche Verwechslung In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Dienstag berichtet Medien-Ressortleiter Michael Hanfeld über eine Twitter-Pressekonferenz von Harald Schmidt. Ausführlich werden Auszüge aus dem Twitter-Feed zitiert, kommentiert und eingeordnet. Hanfelds Fazit: Twitter taugt für Besseres. Dumm nur: Der Twitter-Account @BonitoTV ist ein bekannter Fake. Dahinter steckt der WebTV-Moderator Rob Vegas, der dies auch offen zugibt. Hanfeld nimmt den Fauxpas mit Humor.

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„Ich hatte mit dem Kollegen, der sich als Schmidt ausgibt, auch schon zu tun, gestern aber habe ich mich von dem Geplänkel mitreißen lassen“, sagte Michael Hanfeld gegenüber MEEDIA. Er versprach, „heute bei uns im Blatt einen Kratzfuß“ zu machen. Der Twitter-Schmidt ist kein echter Schmidt. Es handelt sich bekanntermaßen auch um niemanden aus Schmidts Firma, der in seinem Auftrag twittert. Schon kurz nach dem Auftauchen des Fake-Harald-Schmidt wurde der Account von zahlreichen Medien ungeprüft als authentisch angesehen, unter anderem auch von der ARD. Der falsche Harald Schmidt, Rob Vega, sagte Ende April in einem Interview mit DWDL: Man zweifelt schon an der Arbeitsweise mancher Medien, weil die Wahrheit nur einen Anruf bei Bonito TV entfernt gewesen wäre. In die klammheimliche Freude mischt sich dann ein bisschen Angst, dass Harald Schmidt richtig sauer wird, wenn ihm Medien fälschlicherweise den Twitter-Account andichten.“

Bisher ist von Reaktionen Schmidts auf seinen Twitter-Fake nichts bekannt. Der Entertainer hat auch keine rechtlichen Maßnahmen ergriffen, das Ganze zu stoppen. Warum sollte er auch? Der Fake ist gut gemacht, nicht unwitzig, macht kostenlose PR für die Marke Harald Schmidt und Geld verdienen könnte Schmidt über Twitter sowieso nicht.

Twitter-Fakes sind kein neues Phänomen. Auch der zeitweise twitternde Stefan Raab war ein Fake. Außerdem gab es bereits zahlreiche gefälschte Politiker-Acounts bei Twitter, etwa von der Grünen Claudia Roth und während des Hessen-Wahlkampfs schickte das Satire-Magazin „Titanic“ einen gefälschten SPD-Spitzenkandidaten Thorsten Schäfer-Gümbel auf Twitter los (der echte TSG twittert aber auch). Bundeskanzlerin Angela Merkel brachte es zeitweise sogar auf sechs Twitter-Fakes gleichzeitig. Damals war die „FAZ“ übrigens noch auf Zack und berichtete über die gefälschten Polit-Tweets unter der netten Überschrift: „Die Twitter der Kokosnuss“. Manchmal hilft sogar ein Blick ins eigene Archiv.

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